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Bluetooth wird schneller und weitreichender

02.02.2016 | 11:51 Uhr |

Bluetooth gewinnt als Standard zur Vernetzung von Internetfähigen Geräten immer mehr an Bedeutung und erfährt noch 2016 eine Ausweitung.

Mit Hilfe der Bluetooth-Technologie lässt sich bald das ganze Haus steuern, etwa der Herd abdrehen, die Rolläden schließen und das Licht ausmachen, wenn man das Haus verlässt. Das man anschließend mit einem Bluetoooth-Schloss verriegelt. Dazu muss aber der Funkstandard noch leistungsfähiger werden und vor allem seine Reichweite erhöhen. Abhilfe ist aber bereits in Sicht: Die neue Version des Bluetooth-Protokolls, die in der zweiten Jahreshälfte 2016 erscheinen soll, wird die Reichweite vervierfachen und die Geschwindigkeit der Datenübertragung verdoppeln. Mit Geräten, die dem Standard gehorchen, ist aber nicht vor 2017 zu rechnen.

Der wachsende Markt für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und zunehmende Automatisierung erfordere eine verbesserte Definition des Standards, erklärt gegenüber dem IDG News Service der Direktor der Bluetooth Special Interest Group (SIG) Mark Powell. Die an der Industriegruppe beteiligten Unternehmen würden bereits parallel Chips entwickeln, die Geräte nicht nur innerhalb eines Raumes miteinander vernetzten könnten, sondern alle Geräte in einer Wohnung oder einem Haus. Die Datenübertragungsrate soll auf 2 Mbps steigen, die Reichweite dann bis zu 40 Metern betragen.

Nach Schätzungen von Marktforschern werden im Jahr 2020 bis zu 50 Milliarden "Connected Devices" verkauft, also miteinander vernetzte Geräte. Im vergangen Jahr sind es laut Powell bereits drei Milliarden Stück gewesen, der Markt wächst stark.

In seiner Anfangszeit war Bluetooth als Kurzstreckenfunk dafür konzipiert, etwa das Telefonieren mit einem drahtlosen Headset zu gewährleisten, dabei kam es weder auf Reichweite noch auf hohen Datendurchsatz an. So war mit den ersten Bluetooth-Kopfhörern Musik kein Genuss, da sie allenfalls in Monoqualität übertragen wurde. Erst die Erweiterung Bluetooth A2DP ermöglichte überhaupt erst Stereoklang , mit Bluetooth 4 LE wurde der Kurzstreckenfunk in Sachen Stromverbrauch effizienter.

Längst findet Bluetooth aber seinen Einsatz in  Fitnessgeräten, Drohnen, Robotern, Wearables und vielerlei weiterer Geräte, die höhere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Standards setzen, vor allem dann, wenn immer mehr von ihnen vernetzt werden. Dabei soll aber die leichte Bedienbarkeit erhalten bleiben, Bluetooth-Geräte sind sofort einsatzfähig und müssen nicht erst langwierig konfiguriert werden.

Der Standard soll auch Bedürfnisse der Datenfernübertragung erfüllen, so könnte etwa ein Router die Daten von medizinischen Geräten in einem Haushalt sammeln und sie an den befugten Arzt über eine sichere Verbindung weiter leiten. Das ist laut Powell aber noch Zukunftsmusik, die weit über den aktuell zu definierenden Standard hinausklingt.

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