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Firma aus Florida entlastet FBI im Apple-Hacker-Skandal

11.09.2012 | 09:52 Uhr |

Die Hacker hätten die Apple-Nutzer-Daten nicht vom Laptop eines FBI-Agenten, sondern aus dem Archiv seiner Firma, gesteht der Chef von Blue Toad.

Vor nicht einmal einer Woche veröffentlichten Hacker 1 Million iOS-Nutzer-Daten , genauer gesagt die einzigartigen Seriennummern von iPhones und iPads (UDIDs). Verknüpft man UDIDs und beispielsweise Facebook-Daten der Hacker-Opfer, erhält man ein umfangreiches Bild des Nutzers. Damit wären im schlimmsten Fall Identitätsdiebstähle denkbar. Der Vorfall endet jedoch nicht an dieser Stelle: Die Hacker behaupten, weitere 11 Millionen Datensätze zu besitzen und diese nur noch nicht veröffentlicht zu haben. Am meisten regen sich die User aus dem PC-WELT-Forum und auf Facebook aber darüber auf, dass die Daten angeblich vom Laptop eines FBI-Mitarbeiters entwendet worden seien. Es stellt sich die Frage: Warum hat das FBI die Nutzer-Daten? Doch das FBI dementiert und bestreitet jegliche Verwicklung in den Fall.

Nach einem aktuellen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ist das FBI tatsächlich unschuldig im UDID-Skandal. Eine Firma – Blue Toad – aus Florida gibt zu, die Daten stammen von ihnen. Die Firma sei Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. CEO Paul DeHart entschuldigt sich für den Vorfall. Blue Toad hostet über 5.000 Publikationen weltweit und kümmert sich um die Apps seiner Kunden. DeHart spricht von etwa 1.000 erfolglosen Angriffen auf seine Firma jeden Tag. Der Angriff von Antisec habe jedoch Erfolg gehabt. Eine dritte, nicht näher genannte Partei habe die 1 Million veröffentlichten Daten untersucht und Blue Toad schon früh nach der Veröffentlichung auf eine mögliche Verbindung zum Unternehmen aufmerksam gemacht. Daher habe man schon bald erkannt, dass es die Daten von Blue Toad seien, nicht vom FBI. Mit dem FBI arbeite man zwar eng zusammen, mehr wollte DeHart aber nicht sagen.

Allerdings seien weniger als 2 Millionen UDIDs entwendet worden, keine 12 Millionen, behauptet der CEO von Blue Toad. Seine Firma sammle außerdem keine privaten Daten wie Kreditkartennummern, versichert DeHart. Das Loch sei mittlerweile gestopft und eine eigens beauftragte Sicherheits-Firma untersuche den kompletten Vorfall. Man habe aber noch keine konkrete Person im Verdacht. DeHart vermutet, dass die Hacker auf einen der Kunden seines Unternehmens sauer sein könnten, und darum den Angriff durchgeführt haben. Alternativ glaubt er, dass die Hacker einfach ihren Status erhöhen wollten, indem sie sein Unternehmen hackten.

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