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Ex-Sun-Chef lästert über Bill Gates und Steve Jobs

10.03.2010 | 13:42 Uhr |

Der frühere Chef von Sun Microsystems hat in einem Blog-Eintrag einige pikante Details über seine Begegnungen mit Bill Gates und Steve Jobs verraten. Beide Konkurrenten drohten Sun mit Klagen.

Unter dem Titel "Gute Künstler kopieren, großartige Künstler klauen" hat der Ex-Sun-Chef Jonathan Schwartz einen Blog-Eintrag ins Netz gestellt, in dem er einige pikante Details über seine Begegnungen mit Apple-Chef Steve Jobs und dem damaligen Microsoft-Chef Bill Gates verrät.

Der Blog-Eintrag beginnt mit den Worten: "Ich habe Mitgefühl mit Google - Steve Jobs hat mir ebenfalls gedroht, mich zu verklagen." Demnach habe Sun Microsystems im Jahre 2003 mit "Project Looking Glass" den Prototypen eines Linux-Desktops vorgestellt. Bereits nur kurze Zeit später reif Apple-Chef Steve Jobs bei Schwartz an und drohte Sun, weil die graphischen Effekte des Sun-Projekts die Patente, Marken und Urheberrechte von Apple brechen würden. "Ich werde euch einfach verklagen", drohte Steve Jobs laut Angaben von Schwartz am Telefon, sollte Sun versuchen, das Projekt zu kommerzialisieren.

Schwartz antwortete: "Steve, ich habe kürzlich Deine letzte Präsentation gesehen und Keynote sieht ganz so aus wie Concurrence - habt ihr die Urheberrechte daran." Bei Concurrence handelte es sich um ein Präsentations-Programm von Lighthouse Design, einem Unternehmen, das Sun bereits 1996 übernommen hatte. Und Schwartz legte - laut eigenen Angaben - noch einen drauf mit: "Das letzte Mal, als ich es überprüfte, basierte MacOS noch auf Unix. Ich glaube, dass Sun dafür auch ein paar Patente hat." Steve Jobs reagierte, so Schwartz, mit einem Schweigen.

Auch Microsofts damaliger Chef Bill Gates soll dem Sun-Chef mit einer Klage gedroht haben. Laut Angaben von Schwartz kamen Bill Gates und Steve Balmer gemeinsam zu Sun, um mit Schwartz über Openoffice.org zu reden. Demnach kam Bill Gates gleich auf den Punkt, als er erklärte, dass Openoffice.org die Patente von Microsoft bei Office-Produkten brechen würde. Laut Schwartz hatte Gates auch gleich einen Lösungsvorschlag: Sun sollte einfach pro Download von Openoffice.org eine Lizenzgebühr an Microsoft zahlen.

Schwartz konterte mit dem Hinweis darauf, dass Microsofts .Net Platform nur ein Abklatsch von Suns Java sei. "Es war nur ein kurzes Meeting", erinnert sich Schwartz in seinem Blog-Eintrag.

Gegenüber PC-WORLD haben weder Microsoft noch Apple auf den Blog-Eintrag des Ex-Sun-Chefs einen Kommentar abgeben wollen. In seinem Blog gibt Jonathan Schwartz einen Hinweis darauf, dass er in Zukunft weitere Einträge verfassen wird, in denen er mehr Details über seine Zeit bei Sun preisgeben wird.

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