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Blizzard reagiert auf Spionagevorwurf

14.05.2001 | 14:31 Uhr |

Vor knapp drei Wochen sorgte die Meldung, dass Blizzard sich künftig das Recht herausnimmt, Online-Spieler von Diablo II zu scannen, für einigen Unmut in der Spieler-Gemeinde. Mittlerweile relativiert Blizzard diesen Schritt - ein wenig.

Vor knapp drei Wochen sorgte die Meldung, dass Blizzard sich künftig das Recht herausnimmt, Online-Spieler von Diablo II zu scannen, für einigen Unmut in der Spieler-Gemeinde (wir berichteten).

Die Spiel-Schmiede hat nun offiziell Stellung zu den Veränderungen der Nutzungsbedingungen bezogen und das Ausmaß möglicher Scanvorgänge relativiert.

Im Folgenden die komplette Mitteilung von Blizzard:

"Battle.net geändert. Motivation hierzu waren die gehäuften Klagen der aktiven Diablo II Battle.net-Spieler über wiederholte Attacken von "Cheat-Hackern", die gegen die geltenden Nutzungsbedingungen verstoßen haben und das regelrechte Diablo II Online-Gameplay zeitweise beeinträchtigten oder gar unmöglich machten.

Die geänderten Nutzungsbedingungen sollen Blizzard nun die Option eröffnen, gegen diese, von wenigen "schwarzen Schafen" ausgeübten Attacken, wirksamer vorgehen zu können. Mit dem Diablo II Patch 1.06 wurden/wird, entgegen der irrtümlich verbreiteten Annahme, kein "Cookie" auf die Festplatte des Nutzers geladen.

Im akuten Verdachtsfall behält sich Blizzard das Recht vor, IP Adresse, ID CPU sowie ID Festplatte und Betriebssystem zu scannen, soweit dies das geltende Datenschutzrecht in den einzelnen Ländern erlaubt. Bis dato wurden weltweit keinerlei personenbezogenen Daten gesammelt und gespeichert. In Deutschland wird dies generell nicht passieren, da die hiesigen rechtlichen Bestimmungen das nicht zulassen!

Unter der bekannten Blizzard Philosophie "entwickelt von Gamer für Gamer" unternimmt Blizzard alles in ihrer Macht stehende, um bestmöglichen Kundenservice zu garantieren und uneingeschränkten Spielspaß zu realisieren. Dabei scheut Blizzard weder Mühen noch Kosten im 7-stelligen Millionen Dollar-Bereich und bietet als einziger Developer weltweit einen nicht gebührenpflichtigen Client-Server basierten Multiplayer-Modus an, der die Fans weltweit millionenfach begeistert."

Im Umkehrschluss bedeutet diese Aussage von Blizzard allerdings, dass zumindest deutsche "Cheater" von dieser Neuerung nichts zu befürchten haben, da sie nach geltendem deutschem Recht nicht angewendet werden darf - die geänderten Nutzungsbestimmungen laufen somit hier zu Lande ins Leere.

Diesen Schluss bestätigte uns auch Leo Jackstädt, Leiter PR bei Vivendi Universal Interactive Publishing. Des Weiteren wies Jackstädt noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass ein Scan, sofern rechtlich erlaubt wie beispielsweise in den USA, nur dann eingesetzt wird, um cheatende Spieler aus dem Battlenet zu beseitigen.

Computerspiel spioniert Spieler aus (PC-WELT Online, 26.04.2001)

Diablo II erfolgreich gehackt (PC-WELT Online, 02.01.2001)

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