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Rechtsstreit um World-of-Warcraft-Bot

27.03.2008 | 15:49 Uhr |

Blizzard, die Entwickler von World of Warcraft, haben Klage gegen den Autoren eines Bot-Programms für das beliebte Online-Rollenspiel eingereicht. Das Unternehmen sieht durch das Programm seine Urheberrechte verletzt und verlangt Schadenersatz. Der Autor des Tools sieht das natürlich anders.

Das Leben eines Online-Rollenspielers kann mitunter hart sein: Damit der virtuelle Charakter auch was hermacht, muss in erster Linie Zeit investiert werden, um ihn auf vorzeigbare Level zu bringen. Diese Zeit will aber nicht jeder Spieler investieren. Dieses Problem löst ein Tool namens MMO Glider, ein Bot für World of Warcraft. Vereinfacht gesagt kann ein Spieler dieses Programm installieren und danach in den Urlaub - bei seiner Rückkehr erwartet ihn ein hochgelevelter, reicher und strahlender Held. Denn das Tool spielt vollkommen autonom nach Vorgaben des Anwenders.

Der Autor des Programms, Michael Donnelly, wurde nun in den USA von Blizzard wegen MMO Glider verklagt. Das Unternehmen sieht seine Urheberrechte verletzt und verlangt Schadenersatz, denn Donnelly hat das Tool an mittlerweile über 100.000 Personen verkauft. Dies meldet die BBC Online .

In seiner Klage führt Blizzard weiter aus, dass die Einführung von Bots in das World-of-Warcraft-Universum Ressourcen in unverhältnismäßigem Maße belegen würde, da diese weitaus länger spielen würden, als normale Menschen.

Donnelly wurde sich langsam darüber bewusst, dass ihm juristisches Ungemach drohte, als er Besuch von einem Anwalt des Publishers Vivendi sowie einem anonymen Detektiv erhielt, so die BBC. Dieser präsentierte Donnelly eine Kopie der Klageschrift und erklärte, dass diese am folgenden Tag eingereicht wird, sollte Donnelly nicht den Verkauf der Software stoppen und den kompletten Gewinn abtreten. Donnelly weigerte sich und erklärte in einer Stellungnahme vor Gericht, dass sein Tool keinerlei Urheberrechte von Blizzard verletze, da es das Spiel nicht kopiere.

Blizzard hält dem entgegen, dass MMO Glider das Spiel in den RAM kopiere, um sich vor Anti-Cheating-Tools zu verstecken, und somit gegen seine Urheberrechte verstoße, so die BBC.

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