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Blindenverband verklagt Oracle

05.03.2007 | 16:06 Uhr |

In den USA haben die Organisation National Federation of the Blind und drei Angestellte des Bundesstaats Texas den Software-Hersteller Oracle sowie Texas verklagt. Dem Konzern wird dabei vorgeworfen, dass seine Software nicht behindertengerecht sei, was im konkreten Fall zu Problemen mit dem Datenschutz führt.

Noch immer sind barrierefreie Software-Anwendungen eher die Ausnahme denn die Regel, entsprechend ist die Arbeit am PC für körperlich behinderte Personen zuweilen kaum oder nur sehr erschwert möglich. Oracle ist nun in den USA wegen der schlechten Bedienbarkeit seiner Produkte für behinderte Personen verklagt worden. Konkret geht es in diesem Fall um Personalverwaltungs-Applikationen in der Peoplesoft-Software. Die Organisation National Federation of the Blind und drei Angestellte des Bundesstaates Texas haben die Klage eingereicht. Neben Oracle wurde auch Texas verklagt, von dem Bundesstaat wird in der Klage verlangt, künftig sicherzustellen, dass jede von der Staatsregierung eingesetzte Software auch von blinden Angestellten genutzt werden kann.

Die Probleme, mit denen blinde Mitarbeiter in diesem Fall konfrontiert werden, betreffen in erster Linie den Datenschutz und die jeweilige Privatsphäre. Denn Angestellte, die die Software nutzen möchten, benötigen Hilfe von sehenden Kollegen, um die Oracle-Software nutzen zu können. Die über die Software verarbeiteten Daten beinhalten aber auch sensible Informationen, die außer dem Mitarbeiter, dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung niemanden etwas angehen. Ist nun beispielsweise der Vorgesetzte blind und erhält dieser eine vertrauliche Beschwerde eines Mitarbeiters, kann er diese nur mit Hilfe eines sehenden Kollegen lesen. Umgekehrt können blinde Angestellte ihre Personalakten auch nur mit Hilfe von Kollegen einsehen. Der Datenschutz ist somit passe.

Die Organisation National Federation of the Blind weist zudem darauf hin, dass das texanische Gesetz vorschreibt, dass jede Software, die vom Staat eingesetzt wird, auch von blinden Mitarbeitern nutzbar sein muss. Laut Tommy Craig, Präsident der Organisation, gäbe es eine Reihe von Möglichkeiten, die Software barrierefrei zu machen. Als Beispiele nennt Craig die Unterstützung von Braille-Geräten oder die Integration einer Spracherkennung.

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