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Bleireduzierte Chips: AMD bereit für EU-Richtlinie

20.07.2005 | 12:53 Uhr |

AMD hat damit begonnen, bleireduzierte Chips auszuliefern. Damit leistet das Unternehmen einer EU-Richtlinie Folge, die die Menge an Blei begrenzt, die in Halbleitern verarbeitet werden darf.

Die EU hat gefährlichen Substanzen in Elektroprodukten, wie beispielsweise in Halbleitern, den Kampf angesagt. Die Richtlinie " Restriction of Hazardous Substances" (RoHS) begrenzt die Menge der Substanzen, die darin enthalten sein dürfen. Dazu gehört unter anderem auch Blei, das auf Grund seiner Eigenschaften als Werkstoff für das Verlöten eingesetzt wird - beispielsweise bei Motherboards oder bei Prozessoren.

Die Richtlinie sieht ab dem 1. Juli 2006 den Einfuhrstopp von Elektroprodukten vor, die Blei enthalten. Ausnahmeregelungen gelten für den Einsatz von Blei als Lötmittel.

AMD hat nun mit der Auslieferung von bleireduzierten und damit RoHS-kompatiblen Prozessoren begonnen. Dazu gehören Opteron, Athlon 64, Athlon 64 X2, Athlon 64 FX, Turion 64 und Sempron. Angepasste Server-Chips soll es ebenfalls bereits geben. Die Forschung an alternativen Lötlösungen laufen bereits seit dem Jahr 2001. Welche Kosten dabei entstanden und wann komplett bleifreie CPUs zu erwarten sind, teilte AMD nicht mit.

Auch Intels Forscher mussten in dieser Hinsicht hart arbeiten. Im Jahr 2004 fanden die Techniker zwar einen Weg, Chipsätze und Halbleiter komplett bleifrei mit einem Motherboard zu verlöten, doch innerhalb der Chips wird noch immer eine geringe Menge (0,2 Gramm) Blei verwendet.

Seit dem Jahr 2000 hat das Unternehmen laut Timothy Mohin, Direktor bei Intels Abteilung für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit, 100 Millionen US-Dollar für die Verbannung des Bleis aufgewendet. Mohin zufolge werden diese Aufwendungen noch steigen, da das Unternehmen weiter an einer Lösung für bleifreies Löten forscht. In fünf Jahren sollen Intel-Chips komplett bleifei sein.

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