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Blau.de droht E-Plus mit Wechsel zur Konkurrenz

Der Discounter blau.de fordert von E-Plus mehr Investitionen in den UMTS-Netzausbau. Andernfalls könne sich Blau-Gründer Ostermayer eine Zusammenarbeit mit der Konkurrenz vorstellen. E-Plus sparte sich bislang den Ausbau seines Netzes mit dem UMTS-Beschleuniger HSDPA.

Der Hamburger Mobilfunkdiscounter blau.de, der seit seiner Gründung vor zwei Jahren bereits 600.000 Kunden zählt, droht dem Düsseldorfer Netzbetreiber E-Plus mit einem Wechsel zur Konkurrenz. Das berichtet die Wirtschaftswoche in ihrer Samstags-Ausgabe. Blau.de kritisiert die mangelnden Investitionen in den Ausbau des UMTS-Netzes des Mobilfunkanbieters.

Die Geschäftsstruktur von E-Plus galt bisher als Erfolgsmodell: Der Düsseldorfer Mobilfunkbetreiber hatte sein Netz für externe Discount-Anbieter wie die Hamburger Blau Mobilfunk GmbH oder Alditalk geöffnet und damit viele Neukunden gewonnen. Doch das mit den gesenkten Datentarifen sprunghaft gestiegene Datenaufkommen - allein bei blau.de hat sich der monatliche Datenverkehr seit Februar 2007 mehr als verfünfzigfacht - führt bei den Discountern zu einer verstärkten Ausrichtung auf mobile Dienste und zur Forderung an E-Plus, den Ausbau schnellerer Netzverbindungen zu forcieren. "Andernfalls", so Blau-Gründer Martin Ostermayer gegenüber der Wirtschaftswoche, "suchen wir das Gespräch mit der Konkurrenz."

Bisher hatte sich E-Plus beim UMTS-Ausbau zurückgehalten und so Milliarden-Investitionen gespart. Und anders als die drei anderen deutschen Netzbetreiber verzichtete E-Plus bislang darauf, die Ausbaustufe HSDPA in seinem Netz anzubieten und setzt zudem auf Ultra-High-Sites (UHS), besonders leistungsstarke UMTS-Antennen, die eine große Fläche abdecken, jedoch bei vielen Nutzern in einer Zelle zu Überlastungsproblemen führen können. Das könnte sich jetzt rächen.

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