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Blaster-Wurm geht immer noch um

06.12.2005 | 13:58 Uhr |

Auch nach mehr als zwei Jahren werden täglich mehrere hundert infizierte PCs gezählt.

Der Blaster-Wurm (W32/Lovsan) findet auch heute noch täglich neue Opfer. Nach Angaben von Microsoft entfernt deren MRT (Malicious Software Removal Tool) den Wurm jeden Tag von 500 bis 800 Windows-PCs. In einem Vortrag auf der Virus Bulletin Konferenz in Dublin präsentierte Matthew Braverman von Microsofts Anti-Malware Team eine Fallstudie über den Blaster-Wurm aus der Sicht von Microsoft, die nun auch zum Download bereit liegt.

Bei Microsoft ist man recht besorgt, dass dieser seit dem Sommer 2003 bekannte Wurm womöglich kaum auszurotten sein könnte. Den Grund sieht Braverman darin, dass auf vielen mit Windows XP ausgestatteten PCs das Service Pack 2 (SP2) immer noch nicht installiert ist. Rechner mit dem nach dem Auftauchen des Wurms erschienenen SP2 sind vor dem wichtigsten Angriffsvektor des Blaster-Wurms geschützt.

So sind es vor allem XP-Rechner mit Service Pack 1 oder ganz ohne Service Pack, die immer wieder betroffen sind. Nach Ansicht Bravermanns gehen die neuerlichen Infektionen von einer unbestimmten Anzahl von Computern aus, die aus dem einen oder anderen Grund nie aktualisiert oder entwurmt werden. Neue Opfer findet der Wurm etwa in PCs, die mit alten Windows-CDs ohne SP2 neu aufgesetzt werden und in diesem Zustand ungeschützt an das Internet angeschlossen werden.

Geschätzte 79 Prozent aller XP-Rechner ohne Service Pack und 21 Prozent derer mit SP1 sind mit dem Blaster-Wurm verseucht. Bei dem im April 2004 aufgetauchten Sasser-Wurm sieht es ähnlich aus. Untersuchungen zeigen auch, dass befallene PCs irgendwann entwurmt und mit Sicherheits-Updates vor neuerlicher Infektion geschützt werden, während immer wieder neue Rechner infiziert werden.

Dies unterstreicht, wie wichtig es für Internet-Nutzer ist, sich als Teil einer Gemeinschaft zu betrachten, die sich auch gegenseitig schützt. Ein schlecht geschützter PC ist nicht nur selbst gefährdet, er bringt auch andere Rechner in Gefahr. Hier gibt es durchaus Parallelen zu Menschen, die eine ansteckende Krankheit haben - und sei es eine Grippe.

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