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BlackBerry-Patentstreit könnte Nutzer teuer zu stehen kommen

Erst am Freitag konnte der kanadische Hersteller Research in Motion (RIM) einen weiteren Teilsieg im nunmehr seit fünf Jahren andauernden Patentstreit mit der Verwertungsgesellschaft NTP um den beliebten EMail-Pushdienst Blackberry für sich verbuchen. Das US-amerikanische Patentamt USPTO erklärte NTPs Patent über die drahtlose Echtzeitübermittlung von EMail-ähnlichen Nachrichten für ungültig. Dennoch ist der Prozess noch immer nicht endgültig entschieden, denn NTP hat nun die Möglichkeit Einspruch gegen das Urteil zu erheben.

Die wirklich Leidtragenden in diesem jahrelangen Rechtsstreit sind allerdings die Blackberry-Kunden, unter denen sich verständlicherweise immer mehr Unsicherheit breit macht und diese vermehrt überlegen, ob sie nicht auf eine Alternative zu BlackBerrys Kommunikationslösung umsteigen sollten. Das könnte sich allerdings als ziemlich teuer erweisen, denn laut einer Studie des US-Beratungsunternehmens Telwares müssen wechselwillige Firmen, deren Mitarbeiter via BlackBerry kommunizieren, beim Umstieg auf Alternativen mit bis zu 844 US-Dollar pro User rechnen. Das kann sich bei einem Konzern mit tausenden Mitarbeitern schnell zu einer Millionensumme ausweiten.

Die Kosten errechnen sich laut Telwares aus dem Kauf neuer Geräte sowie der dazu gehörigen Software. Darüber hinaus müssten die Speicher der dann ungenutzten BlackBerrys gelöscht und die Mitarbeiter in das neue System eingewiesen werden. Für einen Patch, den RIM im Fall einer Niederlage zur Verfügung stellen will, müssen die Unternehmen laut Studie mit Kosten von 56 Dollar pro Gerät rechnen, berichtet das Wall Street Journal.

Während RIM-Chef Jim Balsillie damit die Treue seiner Kunden gesichert sieht, steigt laut Telwares bei den befragten Unternehmen aber angesichts des langwierigen Verfahrens die Unsicherheit. Die Studie attestiert ein "erhebliches Interesse, zu neuen Services zu wechseln". Derzeit ist aber noch kein Run auf Angebote der BlackBerry-Konkurrenz zu verzeichnen. Noch ist unklar, wann mit einer abschließenden Entscheidung im seit Jahren schwelenden Patentstreit zu rechnen ist.

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