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Browser bauen ein Darknet

29.07.2009 | 16:05 Uhr |

Forscher von HP stellen auf der Sicherheitskonferenz eine Methode vor, wie ein verschlüsseltes, privates Netzwerk nur mit dem Browser aufgebaut werden kann. Die Installation von Software ist nicht mehr nötig.

Die HP-Forscher Billy Hoffman und Matt Wood wollen auf der Sicherheitskonferenz Black Hat in Las Vegas ein Konzept für ein so genanntes Darknet vorstellen, das ohne Software-Installation bei den Teilnehmern auskommen soll. Es läuft im Browser und benutzt Javascript. Die Teilnehmer können über die verschlüsselte Kommunikation Informationen und Dateien untereinander austauschen, ohne Gefahr zu laufen ausgespäht zu werden.

Der Vortrag "Veiled: A Browser-based Darknet" ist für den heutigen Vormittag (Ortszeit) angesetzt. Im Gegensatz zu bisherigen anonymen P2P-Netzwerken soll "Veiled" ohne die Installation von Client-Software und deren zum Teil komplizierte Konfiguration auskommen. Die Teilnehmer melden sich bei einem Server an und erhalten die Adressen der übrigen Teilnehmer. Die weitere Kommunikation läuft dann ohne Server RSA-verschlüsselt im Browser auf den Rechnern der Teilnehmer ab.

Die Forscher aus der HP Web Security Research Group nutzen für ihr Konzept die erweiterten Fähigkeiten moderner Browser. So können aktuelle Browser etwa Daten aus Web-Anwendungen für die Offline-Nutzung speichern. Diesen Speicherplatz soll Veiled für die Dauer der Browser-Sitzung nutzen, um Dateien abzulegen, die die Teilnehmer untereinander austauschen wollen.

Billy Hoffman und Matt Wood sowie ihr Arbeitgeber HP planen jedoch weder eine Veröffentlichung des Codes noch ein wie auch immer geartetes Produkt. Sie wollen lediglich Hinweise geben, wie ein Darknet auf Browser-Basis zu realisieren wäre. Potenzielle Entwickler einer solchen Lösung müssten also zumindest das Rad nicht gänzlich neu erfinden.

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