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Bittorrent wandelt sich zum Videoportal

26.02.2007 | 13:16 Uhr |

Vom Saulus zum Paulus? Heute ist das "Bittorrent Entertainment Network" an den Start gegangen, über das Anwender Filme und TV-Serien kostenpflichtig über das Bittorrent-Netz laden können.

Es gab mal eine Zeit, da waren die Fronten klar: Auf der einen Seite die Unterhaltungsindustrie und auf der anderen Seite P2P-Netzwerke. Viele Anwalts-Stunden später ist die Blütezeit von Napster, Edonkey und anderen aber vorbei. Und manch eingeführte P2P-Plattform versucht nun, sich zu einem legalen Angebot zu wandeln. Heute ist dies bei Bittorrent der Fall . Der Start von "Bittorrent Entertainment Network" markiert den Einstieg des Unternehmens in den Handel mit digitalen Filmen und TV-Serien.

Das Unternehmen hat Vertriebsverträge mit einer Reihe von Hollywood-Studios, darunter 20th Century Fox, Lions Gate oder Warner geschlossen, zum Start sind Filme wie "Superman returns" oder "Mission: Impossible III" im Angebot. Bei den TV-Serien ist unter anderem "Babylon 5" vertreten.

Wie es mittlerweile bei einigen Video-Portalen der Fall ist, können Filme lediglich ausgeliehen werden, TV-Serien werden hingegen dauerhaft erworben. Die Preise betragen bei Filmen - ja nach Aktualität - zwischen 2,99 und 3,99 Dollar, TV-Serien wandern für 1,99 Dollar durch die Leitung. Anwender können sich bei den Filmen bis zu einen Monat Zeit lassen, bis sie ihn sich das erste Mal ansehen, nach dem ersten Start kann ein Film noch 24 Stunden lang angesehen werden. Das Angebot ist nur für Anwender in den USA verfügbar.

Geplant ist zudem, dass künftig auch kostenpflichtige Musik oder Spiele über das Netzwerk angeboten werden. Auch der Community-Gedanke soll hoch gehalten werden: Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters sollen Anwender in Zukunft auch eigene Videos über den neuen Bittorrent-Dienst hochladen und anderen Anwendern anbieten können. Dies wäre beispielsweise auch als neuer Vertriebsweg für unabhängige Filmemacher interessant.

Im Gegensatz zu anderen Angeboten verfügt Bittorrent aber über einen gewaltigen Vorteil: seine Nutzerbasis in Millionenhöhe. Denn die Inhalte werden nicht über einen zentralen Server verteilt, sondern über das Bittorrent-Netzwerk. Dadurch können Filme wesentlich schneller auf die Rechner der Anwender gelangen, als bei alternativen Diensten. Abzuwarten bleibt aber, ob die Nutzer von Bittorrent den Sprung zum kostenpflichtigen Angebot mitmachen und künftig für Inhalte zahlen werden.

Update 14:00 Uhr: Mittlerweile ist der Dienst offiziell gestartet, die Seiten werden aber auf Grund der hohen Last nur sehr langsam ausgeliefert.

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