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Bitkom fordert mehr Investitionen für High-Tech-Branche

Der Branchenverband Bitkom hat mehr Investitionen für die Hightech-Branche in Deutschland gefordert.

Um Wachstumskräfte zu mobilisieren, seien höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung, eine bessere Ausbildung der jungen Generation und die stärkere Förderung innovativer Unternehmen nötig, sagte Bitkom-Präsident Willi Berchtold am Dienstag auf der Computermesse Systems in München. "Wachstumsschwäche und Massenarbeitslosigkeit sind wahrlich keine Naturgesetze." Die künftige Bundesregierung müsse die Kraft und den Mut für tief greifende Reformen finden.

Bitkom erwartet für die deutsche Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) in diesem Jahr ein Umsatzplus von 2,6 Prozent auf 134 Milliarden Euro. Allerdings hatte Bitkom mit dieser Prognose seine ursprünglichen Erwartungen angesichts des Preisverfalls in der Telekommunikation bereits nach unten korrigiert. Ziel für die kommenden Jahre müsse unter anderem sein, den ITK-Anteil am Bruttoinlandsprodukt auf deutlich mehr als acht Prozent zu steigern, sagte der Bitkom-Präsident. Außerdem müsse Deutschland wieder jährliche Wachstumsraten von drei bis vier Prozent erreichen und seine Exportkraft stärken. "Deutschland muss im ITK-Sektor vom Netto-Importeur zum Netto-Exporteur werden."

Damit könne auch das Potenzial für neue Arbeitsplätze genutzt werden. Bis 2015 könnten nach Einschätzung des Bitkom so rund 100.000 zusätzliche Jobs in der Branche entstehen. Dafür seien allerdings Investitionen im einstelligen Milliarden-Euro-Bereich der öffentlichen Hand nötig. Eine Reihe anderer Länder wie Finnland, Israel, Irland und Taiwan habe vorgemacht, wie man diesen Zielen mit gezielter Förderung näher kommen könne - beispielsweise durch Risikokapitalfonds, eine bessere Ausbildung des Nachwuchses sowie durch die Etablierung von ITK-Lösungen im öffentlichen Sektor.

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