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Bitcoin-Erfinder soll ein Australier sein

09.12.2015 | 10:40 Uhr |

Das Rätsel um den Bitcoin-Erfinder könnte gelüftet worden sein. Ein Australier wurde geoutet - und erhielt prompt Polizei-Besuch.

Ein Australier soll der Vater von Bitcoin sein. Das berichtet jedenfalls die US-Techsite Wired, die nach langwieriger Recherche glaubt, den Erfinder von Bitcoin endlich enttarnt haben zu können. Bisher war nur bekannt, dass ein "Satoshi Nakamoto" die virtuelle Währung Bitcoin erfunden haben soll, wobei aber unklar ist, ob die Person tatsächlich so heißt oder ob es sich nur um ein Pseudonym handelt.

Im März 2014 hatte das US-Nachrichtenmagazin Newsweek behauptet, ein in Los Angeles lebender Japaner namens Satoshi Nakamoto sei der Erfinder von Bitcoin. Der Japaner dementierte heftig und schließlich kamen große Zweifel auf, dass der Mann tatsächlich der Bitcoin-Erfinder sein könnte.

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Laut Wired könnte ein 44-jähriger Australier hinter der Erfindung von Bitcoin stecken. Er soll unter dem Pseudonym "Satoshi Nakamoto" den Programmcode geschrieben und mit der Schöpfung der ersten 50 Bitcoins das Bitcoin-Netzwerk im Januar 2009 gegründet haben. Mittlerweile existieren Bitcoins im Gesamtwert von über 4,5 Milliarden Euro.

Recherchen führen zu dem Australier

Der betreffende Australier soll Craig Steven Wright heißen. Den Wired-Recherchen zufolge soll Wright bereits im August 2008 in seinem Blog über Bitcoin beziehungsweise eine Kryptowährung geschrieben haben. Und damit einige Monate vor November 2008, als "Satoshi Nakamoto" ein Bitcoin-Whitepaper zum ersten Mal in einer Kryptografie-Mailing-Liste veröffentlichte und zu einer Diskussion darüber aufforderte.

Wired kontaktierte den Australier am 1. Dezember 2015, nachdem das Magazin einen Tipp erhalten hatte. In der Mail wurde Wright direkt gefragt, ob er der Bitcoin-Erfinder sei. Wright antwortete mit einer Mail-Adresse, deren IP-Adresse nach Panama und einem dort staatlich kontrollierten Mail-Dienst führt, der die Privatsphäre seiner Nutzer besonders stark sichert und den auch "Satoshi Nakamoto" im Jahr 2008 für die Verbreitung der ersten Bitcoin-Informationen genutzt hatte. Anschließend wurden mehrere Mails hin und her ausgetauscht, in denen Wright zumindest indirekt, wenn auch etwas mysteriös, andeutet, der Bitcoin-Vater zu sein. Gleichzeitig will er aber offenbar auch nicht, dass diese Information öffentlich wird.

Unterm Strich ist sich aber selbst Wired nicht sicher, ob tatsächlich damit das Geheimnis um den Bitcoin-Vater gelüftet worden ist. "Entweder Wright hat Bitcoin erfunden, oder er ist ein brillanter Scherzkeks, der uns dies glauben lassen will."

Australische Polizei durchsucht Wohnung des angeblichen Bitcoin-Erfinders

Soweit die Geschichte von Wired. Nur wenige Stunden nachdem die Story im Netz veröffentlicht worden war, nahm die ganze Geschichte eine neue Wendung. Die Polizei führte laut australischen Medienberichten eine Hausdurchsuchung bei Craig Steven Wright durch, bei der auch Vertreter der Steuerbehörde beteiligt waren. Die genauen Gründe für die Hausdurchsuchung wurden bisher nicht genannt. Es gibt lediglich die Information, die Durchsuchung stehe mit "persönlichen steuerlichen Angelegenheiten" im Zusammenhang. Das wäre aber ein sehr großer Zufall...

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