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Bill Gates will mehr ausländische Programmierer

28.04.2005 | 13:21 Uhr |

Bill Gates mag ausländische IT-Experten. Und will viel mehr davon bei Microsoft beschäftigen, als er derzeit aufgrund rechtlicher Beschränkungen darf. Denn die USA regulieren strikt den Zuzug von fremden Arbeitnehmern. Das hält Gates aber für falsch.

Microsoftgründer Bill Gates wettert gegen die restriktiven Visa-Bestimmungen der Vereinigten Staaten von Amerika. Denn Gates hat ein Problem: Ihm fehlen Programmierer. Deshalb möchte er mehr Entwickler aus dem Ausland in die USA holen.

Der US-Kongress soll deshalb Einschränkungen, die die Zahl der ausländischen Mitarbeiter bei amerikanischen Technologiefirmen regulieren, aufheben. Konkret fordert er die Aufhebung des so genannten H1-B-Programms, das die Visavergabe an besonders befähigte ausländische Arbeitnehmer regelt. Demnach dürfen derzeit 65.000 besonders qualifizierte Techniker, Wissenschaftler, Architekten und Ärzte pro Jahr aus dem Ausland in den USA anheuern.

Gates geißelt das H1-B-Programm mit den Worten "dahinter steckt nur eine Idee: Lass nicht zu viele clevere Menschen in unser Land". Das mache keinen Sinn, so Gates, und würde nur die Wettbewerbsfähigkeit der USA im internationalen Vergleich beeinträchtigen.

Gates zieht nicht ohne Grund gegen die Abschottung des US-Arbeitsmarktes zu Felde. Denn Microsoft hat Probleme, genügend IT-Experten zu finden. Das amerikanische Bildungssystem würde im Vergleich zu Indien und China zu wenig Mathematik- und Technikexperten ausbilden, gleichzeitig erschwert die Visaregelung die Anwerbung von ausländischen Experten durch US-Firmen. Deshalb wünscht sich der Herrscher über Windows, dass amerikanische Kinder vom Vorschulalter an verstärkt an Informationstechnologien herangeführt werden.

Doch bei von Microsoft gesponserten Podiumsdiskussion, auf der Gates seine Forderung vortrug, fand der Microsoft-Gründer wenig Zuspruch für seinen Wunsche nach mehr ausländischen IT-Experten. Ein anderer Diskussionsteilnehmer wies nämlich auf die Tatsache hin, dass derzeit die Arbeitslosenquote von US-Technikern über der des Durchschnitts der Bevölkerung liegt.

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