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Bill Gates erschossen - im Film

17.12.2000 | 22:00 Uhr |

Nächstes Jahr soll ein Film in die Kinos kommen, der die Aufdeckung einer Verschwörung zum Gegenstand hat. Eine Verschwörung, bei der Bill Gates erschossen wird.

Nächstes Jahr soll ein Film in die Kinos kommen, der die Aufdeckung einer Verschwörung zum Gegenstand hat. Eine Verschwörung, bei der Bill Gates erschossen wird. "MacArthur Park" heißt dieses cineastische Event, auf das man gespannt sein darf.

Die Ausgangsbasis: Bill Gates wird anlässlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Los Angeles am 2. Dezember 1999 erschossen. Analog dem JFK-Attentat wird Gates vom Dach des Plaza Park Hotels erschossen, quer über die Straße vom MacArthur Park. Der Killer namens Alek Hidell tötet auf der Flucht einen Polizeibeamten, bevor er selbst von einem Scharfschützen des Los Angeles Police Departement erschossen wird.

Der offizielle polizeiliche Untersuchungsbericht konstatiert, dass Hidell ein Fanatiker war, der einen Klassenkampf entfachen wollte, indem er den reichsten Mann der Welt erschoss.

Doch das Ergebnis des offiziellen Polizeiberichts wird bald von einigen Bürgern, die sich zu den Citizens For Truth zusammenschließen, angezweifelt...

Der Film erinnert unwillkürlich an Kevin Kostners JFK und soll wohl auch in diesem Genre angesiedelt sein. Er soll eine Art Mischung aus dem John F. Kennedy-Streifen und dem The Blair Witch Project darstellen.

Das Team vom The Blair Witch Project, Haxan Films, stand denn auch mit Rat und Tat bei der Produktion des Films zur Seite. Die Idee, die dahinter steckt, ist dieselbe wie bei der "Hexenjagd". Mit der Homepage zum Film wurde ein Forum geschaffen, auf dem die Story weiterentwickelt werden soll und mit deren Hilfe zusätzliche Spannung entstehen soll.

Die Produzenten, die GMD Studios, haben sich anscheinend auch schon die Webseite www.billgatesisdead.com gesichert. Zwar besitzt die Seite bisher nur einen Platzhalter, doch der Sourcecode der Metatags (die für die Indizierung der Suchmaschinen wichtig sind) spricht eine klare Sprache:

"Bill Gates, MacArthur Park, assassination, death, conspiracy, Jack Purdue, documentary, Brian Flemming, film, Citizens For Truth, GMD Studios, Garcetti Report, Los Angeles, JFK, Warren Commission, cover-up".

Die Urheber des Komplotts? Kaum eine Überraschung, auf wen der Verdacht fallen soll: Apple, Netscape, Java-Fans, Linux-Freaks, das US Justiz Department und Oracle Boss Larry Ellison.

Und die Reaktion von Microsoft? Dort zeigte man sich auf eine Anfrage des englischen Magazins "The Register" hin nicht gerade begeistert. Insbesondere der Domainname billgatesisdead.com rief dort Stirnrunzeln hervor. Man darf gespannt sein, wie der Gigant aus Redmond reagiert.

Der Traum vieler Microsofthasser ist jedoch keineswegs in Erfüllung gegangen. Denn Bill Gates erfreut sich - sei es ihm doch selbst von seinen "Feinden" gegönnt - bester Gesundheit.

Und sind wir doch einmal ehrlich. Ein Leben ohne den sympathischen jungen Mann mit dem Dauerstudentengesicht, ohne diesen Traum aller Schwiegermütter, der die Welt immer wieder aufs Neue mit innovativen und Segen verheißenden Ideen beglückt, wäre kaum noch lebenswert.

Kein Bill Gates, das würde bedeuten, keine "Allgemeinen Schutzverletzungen", kein "Sie müssen Windows neu installieren" und auch kein "Diese Windowsversion ist für Rechner ohne Betriebssystem. Auf diesem Rechner befindet sich bereits ein Betriebssystem." Kaum vorstellbar - so sehr sind uns Microsoft, Windows und schließlich auch Bill Gates schon ans Herz gewachsen.

Und wenn Billy in regelmäßigen Abständen in einer großartig inszenierten Lichtershow auf einer viel zu großen Bühne seine Visionen erläutert - während im Hintergrund gerade wieder einmal Windows abstürzt, und ein wie gedopt wirkender Steve Balmer durch die Gegend hüpft, dann fühlen wir uns richtig geborgen und gut aufgehoben.

Und was sollten all die vielen Linux-Enthusiasten sagen, wenn ihnen ihr Feindbild abhanden käme. Pinguin, go home, würde es dann heißen.

Seien wir also froh, dass es sich hier nur um eine fiktive Dokumentation handelt und hoffen wir, dass der darin geschilderte Fall nie eintreffen wird. (PC-WELT, 17.12.2000, hc)

MacArthur Park: Die Seite zum Film

Billgateisdead.com

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