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Bill Gates: Zweiter Tag im Gerichtssaal

24.04.2002 | 13:52 Uhr |

Im Kartellprozess hat Bill Gates auch am zweiten Tag im Gerichtssaal seine Position und die von Microsoft bekräftigt und die Forderungen der neun Bundesstaaten als geschäftsschädigend abgelehnt.

Im Kartellprozess hat Bill Gates auch am zweiten Tag im Gerichtssaal seine Position und die von Microsoft bekräftigt und die Forderungen der neun Bundesstaaten als geschäftsschädigend abgelehnt.

Bei seinen Ausführungen verfolgte er - wie gewohnt - einen von der amerikanischen Presse als "Doomsday-Strategie" bezeichneten Kurs. Steve Kuney, einer der Anwälte für die US-Bundesstaaten, bemühte sich darum, die schriftlichen Aussagen des Microsoft-Gründers zu entkräften und dessen Kommentare als völlig "überzogene Reaktionen" einzuordnen.

Ein Hauptaugenmerk am zweiten Tag lag auf einer Aussage von Bill Gates, dass eine offene Informationspolitik gegenüber Dritten (wie Sie von den Bundesstaaten gefordert wird) auch Nachteile für die Bereitstellung von Patches und Updates hätte. Laut den Bundesstaaten soll der Softwaregigant Programmierer und Firmen über Änderung an Windows im voraus informieren. Der Nachteil für Microsoft soll nun darin bestehen, dass eventuell entstehende Kontroversen - über die Auswirkungen der vorgesehenen Änderungen - die Entwicklungsarbeit hemmen würden.

Darüber hinaus gab der Microsoft-Gründer erstmals zu, dass sowohl Java als auch der Netscape-Browser eine Bedrohung der Windows-Plattform dargestellt haben. In seiner schriftlichen Ausführung hatte Gates noch erklärt, Java und der Netscape-Browser hätten "angeblich" das Potenzial gehabt, die Vormachtstellung von Windows zu bedrohen. Dies geht aus einer Meldung der Deutschen Presseagentur hervor.

Vor Gericht wirkte der Microsoft-Gründer nach Ansicht unserer amerikanischen Kollegen von Infoworld heute zwar immer noch recht souverän. Gelegentlich zeigte er sich aber von der sehr spitzfindigen Befragung durch Steven Kuney frustriert. Für den ersten Tag wurden ihm übrigens von der US-Presse durchweg "gute Noten" für seinen Auftritt gegeben.

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