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Microsoft werkelt an einem System für die totale Mitarbeiter-Überwachung

18.01.2008 | 13:31 Uhr |

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Microsoft im Jahr 2006 ein Patent auf eine Technologie eingereicht, mit der sich Mitarbeiter eines Unternehmens nahezu komplett überwachen lassen.

Den Antrag für das Patent hatte Microsoft vor 18 Monaten eingereicht und es wurde vom U.S. Patent Office mittlerweile veröffentlicht. Es beschreibt ein Überwachungssystem, bei dem kabellos beispielsweise jeder Herzschlag, die Hirnsignale, die Körpertemperatur, die Gesichtsbewegungen und –züge und der Blutdruck überwacht werden. Die Daten, so ist dem Patent zu entnehmen, sollen dazu dienen, um den Zustand, den Stress oder Frust es Mitarbeiters zu überprüfen, um einschreiten zu können, wenn die Belastung zu hoch wird. Dabei würden auch Alter und Gewicht des Mitarbeiters berücksichtigt.

So viel zur Theorie. In der Praxis dürfte ein derartiges Überwachungssystem wohl kaum zum Einsatz kommen, weil es enorme Eingriffe in die Privatsphäre vornimmt und Datenschützer auf die Barrikaden gehen dürften. Ganz zu schweigen von den Arbeitnehmern. Bereits jetzt haben Datenschützer das System kritisiert, nachdem die Existenz des Patentantrags und dessen Inhalt bekannt geworden sind. Ähnliche Systeme kommen bisher beispielsweise bei Astronauten und Piloten zum Einsatz, wo sie auch Sinn machen.

Die britische Times hat Microsoft um eine Stellungnahme gebeten. Das Ergebnis: Das konkrete Patent wollte man nicht kommentieren, weil man noch nicht den Zuschlag dafür erhalten hat. Microsoft verwies lediglich darauf, dass das Unternehmen weltweit über 7000 Patente hält und man stolz auf deren Qualität und der darin beschriebenen Innovationen sei.

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