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Bezahlte Suchmaschinen-Treffer führen oft zu Spyware

07.02.2006 | 15:37 Uhr |

Sponsor-Links sind oft den Klick nicht wert, können sogar gefährlich sein.

Werbetreibende können bei Suchmaschinen wie Google, MSN oder Yahoo bestimmte Suchbegriffe buchen. Ihre Anzeigen werden dann bei den Treffern für diese Suchbegriffe als meist besonders gekennzeichnete Fundstellen ausgewiesen. Bei manchen Begriffen ist allerdings die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass die Links zu Web-Seiten führen, die versuchen Adware oder Spyware einzuschleusen oder zumindest zweifelhafte Produkte anpreisen.

So berichtet Ben Edelman , dass sechs von zehn dieser Anzeigen bei Google.com zum Stichwort "screensavers" von Firmen geschaltet werden, die zwar gratis herunterladbare Bildschirmschoner anbieten, bei denen die Sache jedoch einen Haken hat. So gehören einige der beworbenen Websites zu Netzwerken bekannter Adware- oder Spyware-Protagonisten. Ferner versendet nach Angabe von Edelman einer der obersten zehn Werbekunden für Bildschirmschoner bei Google.com wöchentlich 15 Werbe-Mails an die Adressen, die vor dem Download eines Gratis-Bildschirmschoners angegeben werden müssen.

Ben Edelman wirft die Frage auf, wie diese Unternehmen das Geld wieder einspielen, das sie für Werbeanzeigen ausgeben. Jeder Klick auf eine Anzeige kostet die Firmen Geld, das sie auf die eine oder andere Weise wieder einspielen müssen. Am Beispiel von Yahoo rechnet er vor , dass eine Firma 2,50 US-Dollar pro Download verdienen muss, um die Kosten zu decken, falls 10 Prozent der durch Suchmaschinen-Werbung angelockten Besucher einen Bildschirmschoner herunterladen. Das Geld wird anscheinend auch durch die Verbreitung von Adware und Spyware verdient.

Für Suchbegriffe wie "Spyware" finden sich ebenfalls eher zweifelhafte Werbekunden. Oft sind es Anbieter von Software, die nur vorgibt Spyware entdeckt zu haben und dann zum Kauf der Vollversion auffordert, um die angebliche Verseuchung zu beseitigen. Eine Suche nach Wetterinformationen kann ebenfalls zu Angeboten für kostenlose Browser-Toolbars führen, die vor allem Werbung auf dem Rechner schaufeln und Informationen über die Web-Gewohnheiten der Benutzer an die Firmen senden.

Laut Edelman sind die Ergebnisse bei Google, Yahoo und MSN vergleichbar - ein Wechsel von einer Suchmaschine zu einer anderen bringt also eher wenig. Die Frage muss erlaubt sein, warum etwa Google offenbar mit zweierlei Maß misst. Google engagiert sich bei Stopbadware.org , einer Website gegen Adware und Spyware. Google verlangt in seinen Software-Prinzipien von anderen Unternehmen, sie sollten keine Geschäfte mit Spyware-Firmen machen.

Google-Anzeigen können jedoch auch zu unseriösen Angeboten führen. Das Geld für bezahlte Suchmaschinen-Links ist anscheinend doch das stärkere Argument. Edelman schätzt die Einnahmen von Yahoo und Google allein aus Anzeigen von dubiosen Bildschirmschoner-Anbietern auf monatlich 150.000 US-Dollar.

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