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Bezahlen mit Netto-App im Praxis-Test

17.05.2013 | 10:09 Uhr |

Die Edeka-Tochter Netto bietet in ihren mehr als 4.100 Filialen neuerdings die Möglichkeit, mit dem Smartphone bargeldlos zu bezahlen. PC-WELT hat ausprobiert, wie das Einkaufen per App funktioniert.

Der Schrecken steht der Kassiererin bei Netto förmlich ins Gesicht geschrieben, als ich ihr das Smartphone mit der vierstelligen Zahl hinhalte und sage: „So möchte ich bezahlen!“. „Das habe ich noch nicht gemacht“, ist ihre erste Reaktion, aber immerhin weiß sie, worum es geht. Nämlich um das bargeldlose Bezahlen mit der Netto-App auf dem Handy.

In mehr als 4.100 Filialen der Edeka-Tochter Netto kann man seit kurzem bargeldlos mit dem Smartphone bezahlen – es funktioniert tatsächlich einfach.
Vergrößern In mehr als 4.100 Filialen der Edeka-Tochter Netto kann man seit kurzem bargeldlos mit dem Smartphone bezahlen – es funktioniert tatsächlich einfach.

Souverän startet sie gleich die richtige Applikation auf ihrem Kassenterminal. Dort, wo sonst der Preis erscheint, sehe ich den Schriftzug „Netto App“ auf der Kassenanzeige. Die Angestellte übernimmt den jeweils nur fünf Minuten gültigen Code von meinem Handy und gibt mir wenige Sekunden später den Kassenbeleg. Bestätigen muss ich – außer der schon zum Starten der Bezahlfunktion erforderlichen PIN-Eingabe – nichts mehr. Das macht mir etwas Angst, schließlich steht mir als registriertem Kunden wöchentlich ein Betrag von 250 Euro zum mobilen Bezahlen zur Verfügung.

Das Fazit des Praxistests lautet: schnell und einfach – schließlich war es sogar für die Kassiererin noch das erste Mal. Nur den Aufdruck auf dem Kassenbeleg „NEU: Mobil bezahlen mit der Netto-App: Mit der Netto-App sicher bargeldlos & mobil bezahlen sowie automatisch mit Coupons sparen“ hätte sich der Discounter sparen können. Das wusste ich auch so!
 
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So einfach sich das Bezahlen mit der Netto-App im Geschäft gestaltet, so mühsam waren Einrichtung und Registrierung der App, die für Android und iOS zur Verfügung steht. Download und Installation sind noch schnell erledigt, ebenso das Festlegen der persönlichen PIN zum Starten der Bezahlfunktion.

Doch dann beginnt das Warten, weil man sein Handy erst einmal für das mobile Bezahlen freischalten. Abgewickelt wird nämlich alles über das Online-Lastschriftverfahren der Deutsche Post. Dort muss man sich nicht nur mit seinem Girokonto registrieren, aufs Konto erhält man zum endgültigen Freischalten der Bezahlfunktion auch eine Cent-Überweisung mit einem Legitimationscode. Das hat im Test drei volle Tage gedauert – gerade einmal sieben Tage hat man allerdings Zeit, die Bezahlfunktion in der App zu aktivieren. Wenn man den Kontocheck in der Zwischenzeit vergisst, geht also alles wieder von vorne los.

Von dieser Einstiegshürde abgesehen bietet die neue App eine bequeme und gegenüber der EC-Karte deutlich schnellere Möglichkeit, bargeldlos zu bezahlen. Ein durchaus gelungener Einstieg ins Mobile Payment – ganz ohne NFC.

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