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Nach Kritik: O2 will doch keine Kundendaten verkaufen

02.11.2012 | 10:55 Uhr |

Als der Plan bekannt wurde, dass O2 die Bewegungsdaten seiner Nutzer verkaufen möchte, hagelte es Kritik. In Deutschland will man daher auf das Unternehmen „Smart Steps“ verzichten.

Erst vor kurzem haben wir über Pläne des spanischen Unternehmens Telefónica (in Deutschland vertreten durch den Netzbetreiber O2) berichtet, die Bewegungsprofile seiner Kunden zu verkaufen. Dazu hat der Provider extra eine eigene Abteilung gegründet: die „Telefónica Dynamic Insights“. Deren Aufgabe sei es, Kundendaten so aufzubereiten, dass sie für zahlungskräftige Käufer interessant würden. Die Käufer sollen dann beispielsweise genau erfahren, wo sich die O2-Kunden wie lange aufhalten – etwa vor einem Schaufenster oder in einem bestimmten Laden. Treffend lautet der Name der Aktion „Smart Steps“ (Steps = Schritte); weil der Datenkäufer über die Schritte der O2-Kunden Bescheid weiß, wenn auch anonymisiert, wie O2 verspricht.  Kritik gab es für das Vorhaben trotz versprochener Anonymisierung nicht nur vom Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert; auch bei unseren Lesern war der Sturm der Entrüstung groß.
 
Auf unsere Anfrage bei der Pressestelle von O2 haben wir keine Antwort erhalten. Einem Bericht der Tagesschau zufolge soll O2 nun das Unternehmen „Smart Steps“ jedoch gestoppt haben – zumindest für deutsche O2-Kunden. Die Tagesschau zitiert einen Konzernsprecher: „Datenschutz und Kundenzufriedenheit haben bei Telefónica oberste Priorität. Nach dem Feedback unserer Kunden haben wir uns nun allerdings entschieden, 'Smart Steps' in Deutschland nicht einzuführen“. Man habe stets betont, dass es keine konkreten Pläne von „Smart Steps“ für Deutschland gegeben habe, versucht man zu beschwichtigen.
 
„Smart Steps“ soll zunächst in England starten. Wo Telefónica anschließend Daten verkaufen will, ist noch nicht bekannt.

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