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Pinch-Programmierer in Russland verurteilt

09.02.2009 | 14:50 Uhr |

Die Programmierer des Malware-Baukastens "Pinch" sind entgegen anders lautenden Meldungen Ende 2008 zu Haftstrafen verurteilt worden. Diese müssen sie jedoch nicht absitzen, solange sie sich an gewisse Auflagen halten.

In der letzten Woche gab es Berichte über ein erneutes Auftreten Trojanischer Pferde aus der Pinch-Familie, die täglich viele Windows-Rechner verseuchen. In einem verschiedentlich zitierten Artikel des britischen Online-Magazins The Register ("El Reg") hieß es dazu, die Programmierer von Pinch seien zwar in Russland aufgespürt und verhaftet, jedoch nie zur Verantwortung gezogen worden. Tatsächlich sind sie jedoch bereits rechtskräftig verurteilt.

Aleks Gostev, leitender Malware-Forscher bei Kaspersky Lab, widerspricht der Darstellung von El Reg und schreibt im Blog des Unternehmens, die beiden seien Ende Dezember 2008 zu Haftstrafen verurteilt worden. John Leyden, Autor des Register-Artikels , hat seinen Beitrag inzwischen entsprechend korrigiert.

Die russischen Sicherheitsbehörden haben Farkhutdinov Damir (22) und Ermishkin Alexey (23) Ende 2007 ausfindig gemacht und verhaftet. Die weiteren Ermittlungen zogen sich noch etwa ein Jahr hin, bis im Dezember 2008 das Gerichtsverfahren gegen die beiden eröffnet werden konnte. Die Angeklagten haben sich schuldig bekannt und umfangreiche Geständnisse abgelegt.

Dies und die Bereitschaft der zwei Malware-Programmierer die Behörden bei den Ermittlungen zu unterstützen, hat das Gericht in Chelyabinsk strafmildernd gewürdigt. Farkhutdinov, der sich "damrai" genannt hat, ist am 29. Dezember 2008 zu 18 Monaten Haft sowie einer Geldstrafe von 30.000 Rubel (etwa 642 Euro) verurteilt worden. Ermishkin ("Scratch") hat eine Freiheitsstrafe von einem Jahr erhalten und muss 20.000 Rubel (etwa 428 Euro) Strafe zahlen.

Nach dem russischen Strafgesetz hat das Gericht die Haftstrafen für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil seit dem 12. Januar 2009 rechtskräftig. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Schädlinge der Pinch-Familie damit Geschichte wären. Es handelt sich um einen vielfach verkauften Malware-Baukasten, der weiterhin von verschiedenen Tätern eingesetzt wird.

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