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Betty: Neue Generation von TV-Fernbedienungen

10.09.2004 | 15:48 Uhr |

Heute wurde mit "Betty" eine neue Art von Fernbedienung vorgestellt, die den Wunsch nach Interaktivität seitens der Fernsehzuschauer in die Realität umsetzen soll.

Fernsehen ist ein passiver Zeitvertreib. Abgesehen von Sendern, die mit Hilfe obskurer Textaufgaben versuchen, ihre Zuschauer zu einem kostenpflichtigen Anruf zu verleiten, gibt es keine Möglichkeit, sich interaktiv am Geschehen zu beteiligen. Betty soll das ändern und wurde heute in München offiziell von der Pro Sieben Sat 1 Media AG und den Machern der Fast AG vorgestellt.

Dabei handelt es sich um eine neue Form von TV-Fernbedienung, die es ermöglicht, beispielsweise zeitgleich bei Quizshows mitzumachen oder an Gewinnspielen teilzunehmen.

Dafür verfügt Betty über ein eigenes Display, über das Informationen, Fragen oder ähnliches angezeigt werden. Die dafür nötigen Daten erhält das Gerät über im TV-Signal untergebrachte Zusatzinformationen, die über einen Funk-Scart-Adapter (der SCART-Anschluss kann dabei weiter genutzt werden) an die Fernbedienung gesendet werden. Daneben gehört noch ein rudimentäres Funk-Modem zur Ausstattung, welches in einem freien Steckplatz des Telefonanschlusses platziert werden muss und als Rückkanal dient.

In Betty integriert ist ein PIN-geschützter Geldkartenchip, der sich per Telefonrechnung, Überweisung oder Kreditkarte mit bis zu 200 Euro befüllen lässt. Damit wäre es beispielsweise möglich, bei Sendungen wie Popstars für den gewünschten Kandidaten zu stimmen - der dafür fällige Betrag, zum Beispiel 49 Cent, wird dann direkt von der Geldkarte abgebucht. Kosten für den Rückkanal fallen nicht an, die Verbindung erfolgt über eine kostenfreie Rufnummer.

An Anwendungsgebieten wären auch kostenlose Rezeptabrufe bei Kochsendungen, Gewinnspiele oder weitere Zusatzinformationen zum gezeigten TV-Angebot denkbar. Einige davon werden derzeit in einem Feldtest mit 1000 Personen bereits eingesetzt.

Weitere Einsatzgebiete - und da wird die Sache ein klein wenig delikater - sind in der Werbung zu suchen. So wird es für jeden Betty-Nutzer möglich sein, sich mit seinen persönlichen Daten bei dem Service registrieren zu lassen. Damit ist zielgerichtete Werbung möglich. Ein Beispiel wäre, dass bei der Ausstrahlung eines Werbespots eines Autoherstellers auf dem Betty-Display verschiedene Angebote für die unterschiedlichen Zielgruppen angezeigt werden. So könnten altere Ehepaare Infos zu einem Kleinwagen erhalten, ein berufstätiges Ehepaar ohne Kinder ein Cabrio-Gewinnspiel angezeigt oder Familien mit Kindern eine Probefahrt mit der neuesten Familienkutsche angeboten bekommen.

Ob Betty eingeführt wird, soll nach Abschluss des Feldtests im Frühjahr 2005 entschieden werden. Wie Betty den Weg in die deutschen Wohnzimmer finden soll, ist noch nicht bekannt. Unter anderem wird darüber nachgedacht, das Gerät subventioniert über Partner oder sehr kostengünstig in den Markt zu pumpen.

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