21.03.2001, 12:11

Markus Lauxen

Betrug von Hollywood-Größen verhindert

Ein New Yorker Kellner und sein Komplize haben sich über das Internet die Kreditkartennummern und andere streng vertrauliche Daten von einigen der reichsten Amerikaner verschafft. Mit den geheimen Daten hatten die Täter auf Kosten der Prominenten Überweisungen und Einkäufe in Millionenhöhe geplant.
Ein New Yorker Kellner und sein Komplize haben sich über das Internet die Kreditkartennummern und andere streng vertrauliche Daten von einigen der reichsten Amerikaner verschafft. Zu ihren Opfern gehörten Hollywood-Größen wie Steven Spielberg und George Lucas, CNN-Gründer Ted Turner, Unternehmer wie Georg Soros und Carl Icahn sowie Talkshow-Gastgeberin Oprah Winfrey und der Software-Mogul Larry Ellison.
Mit den geheimen Daten hatten die beiden Männer, Abraham Abdallah und Michael Pugliese, auf Kosten der Prominenten Überweisungen und Einkäufe in Millionenhöhe geplant. Doch der Schwindel flog auf, nachdem sie gerade mal 100.000 Dollar (rund 220.000 Mark) ergaunert hatten, hieß es beim Nachrichtensender CNN. Erst sechs Monate nach einem ersten Pressebericht konnte die Polizei den beiden auf die Spur kommen und den Haupttäter festnehmen.
Die Polizei war auf den Meisterdieb gestoßen, als die Investmentfirma Merrill Lynch per Mail den Auftrag erhielt, zehn Millionen Dollar vom Konto des Firmengründers Thomas Siebel auf ein Konto in Australien zu überweisen. Da damit sein Konto überzogen worden wäre, kontaktierten die Banker Siebel, der von dem Auftrag nichts wusste. Ermittler stellten daraufhin fest, dass der Auftrag von einem kostenlosen Mailkonto des Internetportals Yahoo stammte und von dort aus noch weitere Überweisungen angeordnet worden waren.
Nach Erkenntnissen der Polizei war Abdallah stets nach dem selben Muster vorgegangen. Er hatte Kreditkartenfirmen mit Tricks dazu gebracht, ihnen die Berichte mit Angaben über die reichen Opfer zu übermitteln. Mit diesen Daten verschaffte er sich Zugang zu den Kreditkartennummern und Konten seiner Opfer. Dank sorgfältiger Recherche fand er etwa die Mädchennamen der Mütter heraus, die oft als Passwort oder Sicherheitsfrage dienen. Diese Informationen nutzte er, um Geld zu überweisen oder auf den Namen seiner Opfer Luxusartikel zu bestellen. (PC-WELT, 21.03.2001, dpa/ ml)
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