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Betrug im Internet immer ausgefeilter

Spam ist nicht genug. Nein, es reicht nicht, dass Mail-Nutzer sich täglich mit elektronischem Werbemüll herumschlagen müssen. Sie werden auch immer häufiger von Betrügern heimgesucht, die mit Hilfe so genannter Phishing-Attacken an ihr Geld wollen. Mal erschleichen sie über eine gefälschte T-Com-Mail Konto- und Geheimnummer. Mal geben sie sich als Bank aus und versuchen, an PIN und TANs heranzukommen. Wer glaubt, gegen die Tricks der Phisher gefeit zu sein, der irrt. Die Betrüger verfeinern ihre Maschen dauernd und wenden immer perfidere Methoden an.

"Kürzlich waren Phisher auf der Suche nach Zwischenhändlern", sagt Sebastian Gajek von der Arbeitsgruppe Identitätsmissbrauch im Internet (A-I3) der Ruhr-Universität Bochum. In einer Mail wurden Internetbenutzer mit gültigem Konto bei der Postbank aufgefordert, ihr Konto gegen Provision als "Finanzkurier" anzubieten.

In einem anderen Fall bauten die Hacker sogar auf den vermeintlichen Sachverstand der Angeschriebenen: Anfang Juli wurde eine Mail verschickt, die plump als Rechnung der T-Com getarnt war und so den Eindruck erweckte, eine PhishinGoogle-Mail zu sein. Tatsächlich steckte in der Mail ein Trojaner - ein Programm, das den Rechner für Angriffe aus dem Netz öffnen soll.

Phisher sorgen neuerdings auch dafür, dass Suchmaschinen nach Anfragen auf gefälschte Websites verweisen - so erübrigt sich die Mail an das Opfer. Der Anti-Viren-Programm-Hersteller Panda Software in Duisburg machte kürzlich auf so eine Masche aufmerksam: Phisher gaben sich als Anbieter günstiger Flugtickets aus. Über eine Suchmaschinenanfrage auf die Phisher-Seite gelockt, wurden Nutzer aufgefordert, vertrauliche Daten zu hinterlassen.

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