26.08.2008, 11:35

Hans-Christian Dirscherl

Bestätigt

Internet Explorer 8 erlaubt anonymes Surfen

Die Katze ist aus dem Sack: Microsoft hat Gerüchte der letzten Woche bestätigt, dass der Internet Explorer 8 eine Privat-Browsing-Funktion bekommen wird, mit der Internetnutzer ihre Surfspuren löschen oder von vornherein vermeiden können. Die in Fachkreisen gern als "Porno-Modus" bezeichnete Funktion bietet dem Anwender gleich mehrere Möglichkeiten, um seine Privatspähre zu schützen.
Microsoft hat in dem Weblog zum Internet Explorer 8 ausführliche die Privat-Browsing-Funktion des IE 8 beschrieben und damit die seit einigen Tagen kursierenden Gerüchte über neue Features zum Schutz der privaten Daten des Anwenders bestätigt. Die Benutzer des Microsoft-Browsers sollen damit ein Hilfsmittel in die Hand bekommen, mit dem Sie die Kontrolle über die Spuren, die Ihr Surfverhalten auf dem PC hinterlässt, in der Hand behalten.
InPrivate Browsing
Die wichtigste neue Funktion zum Schutz der Privatsphäre heißt "InPrivate Browsing". Das typische Einsatzgebiet für InPrivate Browsing sind Rechner, die sich mehrere Anwender teilen, oder PCs in Internet-Cafés. Wenn man InPrivate Browsing aktiviert, öffnet der IE 8 ein neues Fenster.
Schließt der Anwender dann das IE 8-Fenster mit aktiviertem "InPrivate Browsing", dann speichert der Browser keine während des soeben beendeten Surfvorgangs neu angelegten Cookies, er merkt sich keine Passwörter und "vergisst" auch die History der soeben beendeten Sitzung. Wenn Sie also beim nächsten Browserstart eine URL in die Adresszeile eingeben, die Sie zuvor mit aktiviertem InPrivate Browsing angesurft hatten, dann wird diese nicht mehr automatisch ergänzt, weil InPrivate Browsing alle Spuren gelöscht hat. Ebenso entfernt InPrivate Browsing die temporären Internetdateien und Suchanfragen. Formulardaten, die Sie zuvor eingetippt haben, wurden ebenfalls gelöscht. Cookies, die bereits vor dem Start von InPrivateBrowsing vorhanden waren, stehen aber nach wie vor zur Verfügung.
Delete Browsing History
Doch das InPrivate Browsing-Fenster ist nicht die einzige Neuerung in Sachen Datenschutz. So hat Microsoft die Möglichkeit überarbeitet, mit der Anwender nachträglich ihre Surf-History löschen können. Im IE 7 kann man zwar bereits die gesamte Browsing-History löschen, dann gehen aber auch alle Cookies, die damit verbunden sind, verloren.
Die Browsing-History kann im IE8 ebenfalls komplett gelöscht werden, Cookies, die man aber bei häufig besuchten Websites aus Gründen der Bequemlichkeit behalten möchte, werden hierbei jetzt nicht mehr mitgelöscht, sondern bleiben erhalten. Allerdings müssen Websites, deren Cookies der Anwender ausdrücklich behalten möchte, dazu der Favoritenliste hinzugefügt werden.
Außerdem fügte Microsoft eine Option "Delete Browsing History on Exit" hinzu, die der Anwender aktivieren kann, wenn er beim Schließen des Browsers automatisch die gesamte History löschen will.
InPrivate Blocking & InPrivate Subscriptions
InPrivate Blocking heißt eine weitere Neuerung, mit der die Benutzer des Internet Explorer 8 kontrollieren können, welche Daten über sie weitergegeben werden. Sie setzt an dem Punkt an, an dem Websites Informationen über die Besucher an Dritt-Unternehmen weitergeben. Wenn sie nur genügend Daten von einer ausreichend großen Zahl von Websites sammeln, können Webseiten-Betreiber über den Surfer ein richtiges Profil erstellen.
Die Surfer wissen oft überhaupt nicht, was da für Daten über sie weitergegeben werden, InPrivate Blocking soll hier für mehr Klarheit sorgen, indem es aufzeichnet, wenn Content-Provider Daten über den Besucher ihrer Website sammeln. Der Inhalt, der an Dritte weitergegeben wird, lässt sich im IE 8 aber nun betrachten. Dazu klickt der Anwender auf den Link "More information from this website". InPrivate Blocking funktioniert natürlich nur, wenn Sie nicht InPrivate Browsing aktiviert haben, weil dann ja ohnehin alle Daten über Sie automatisch gelöscht werden.
Wenn ein Website-Betreiber auf mehr als zehn Seiten solche Informationen sammelt, soll die InPrivate Blocking-Funktion ihn automatisch davon abhalten. Außerdem kann der IE-Benutzer entscheiden, auf welchen Websites er Informationen frei gibt und auf welchen Websites er keine Informationen weitergeben will - hierzu dient die ebenfalls neue Funktion InPrivate Subscriptions.
Übrigens: In seinen Erläuterungen zu den Private-Browsing-Funktionen erwähnte Microsoft mit keinem Wort den Begriff "Porno-Modus". Unter diesem Schlagwort werden Funktionen zum Entfernen beziehungsweise Vermeiden von Surfspuren in der Diskussion unter Technik-Kennern gerne zusammengefasst, weil man davon ausgeht, dass diese Privat-Browsing-Funktion oft nur dazu benutzt werden, um auf Firmenrechnern oder auf Privatrechnern, an denen auch andere Familienmitglieder oder Freunde sitzen, Spuren für den Besuch anzüglicher Seiten mit viel nackter Haut zu verwischen. Microsoft nennt stattdessen ein anderes geradezu romantisches Beispiel für den Sinn von InPrivate-Browsing: Man bestellt am PC ein Geschenk für einen lieben Menschen, der ebenfalls diesen Rechner benutzt und nichts von der Geschenkbestellung erfahren soll. Klar, dass da InPrivat Browsing die Rettung ist.
Mit dem Erscheinen der zweite Betaversion von Internet Explorer 8 ist für diesen Donnerstag zu rechnen. Sie soll bereits die oben beschriebenen Datenschutzfunktionen besitzen. Apples Safari besitzt bereits eine solche Privat-Browsing-Funktion, Firefox dagegen noch nicht.
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