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Bertelsmann kauft Napster doch noch

21.05.2002 | 09:17 Uhr |

Nach dem Rücktritt von CEO Konrad Hilbers sowie CTO und Firmengründer Shawn Fanning Anfang letzter Woche schien das Ende der Musiktauschbörse Napster endgültig besiegelt. Am vergangenen Freitag kam die überraschende Wende: Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann investiert nochmals mehrere Millionen Dollar und übernimmt die Vermögenswerte der seit Monaten still gelegten Firma.

Nach dem Rücktritt von CEO (Chief Executive Officer) Konrad Hilbers sowie CTO (Chief Technology Officer) und Firmengründer Shawn Fanning Anfang letzter Woche schien das Ende der Musiktauschbörse Napster endgültig besiegelt. Am vergangenen Freitag kam dann die überraschende Wende: Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann wollte seine bisherigen Investitionen von rund 85 Millionen Dollar wohl doch nicht in den Wind schreiben und übernimmt nach einem Bericht der Computerwoche die Vermögenswerte der seit Monaten still gelegten Firma für weitere acht Millionen Dollar, die an die Gläubiger gehen.

Hilbers, Fanning und weitere zuvor abwanderungswillige Topmanager bleiben Napster ebenfalls erhalten. "Ich habe von Anfang an daran geglaubt, dass diese Vereinbarung die beste Richtung für das Unternehmen ist", erklärte Hilbers, der auch Chairman des Vorstands wird. "Peer-to-peer ist eine Technologie, die viel verändern wird und wir sind stolz darauf, dass Shawn Fanning an dieser Entwicklung weiterarbeiten wird", kommentierte Bertelsmanns US-Chef Joel Klein.

Trotzdem ist die Zukunft von Napster weiter ungewiss. Die Firma will bekanntlich ihren Dienst legalisieren. Dazu müssen aber anhängige Rechtsstreitigkeiten mit der zuvor geschädigten Plattenindustrie beigelegt und darüber hinaus attraktive Inhalte akquiriert werden. Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf Insider, dass auch weiterhin eine Restrukturierung unter Gläubigerschutz gemäß Paragraph elf des US-Konkursrechts nicht ausgeschlossen sei.

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