15392

Benq-Insolvenz kostet noch mehr Arbeitsplätze

25.10.2006 | 10:14 Uhr |

Die Insolvenz von Benq trifft jetzt auch die Zulieferer des Handyherstellers. Sowohl bei Infineon als auch bei Balda fallen Stellen weg.

Die Krise bei Benq-Mobile lässt auch die Zulieferer nicht ungeschoren. So fallen beispielsweise bei Infineon weltweit 400 Arbeitsplätze weg, in Deutschland geraten 200 Stellen in München, Salzgitter und Nürnberg in den Sog der Benq-Insolvenz.

Infineon erwartet durch die Insolvenz seines Mobilfunkkunden Benq-Mobile im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 Belastungen in Höhe von rund 80 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2007 befürchtet die Chip-Schmiede einen Umsatzausfall von 150 Millionen Euro gegenüber den bisherigen Planungen, davon allein 40 bis 50 Millionen Euro im ersten Quartal. Infineon muss deshalb sein Mobilfunkgeschäft neu organisieren und streicht Arbeitsplätze, wie das Münchner Unternehmen heute bekannt gab. Die Kosten für die Restrukturierungsmaßnahmen schätzt Infineon auf voraussichtlich 30 Millionen Euro.

Beim Handy-Ausrüster Balda kommt es ebenfalls zu einem Stellenabbau, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Balda will drei Werke in Herford (Nordrhein-Westfalen), Oberlungwitz (Sachsen) und in Seelbach (Baden-Württemberg) mit insgesamt 1000 Mitarbeitern noch im Jahr 2006 verkaufen, um seine Verluste zu senken. Das sind 50 Prozent der Produktionskapazität von Balda in Deutschland.

Von den 1000 Mitarbeitern, die im Zuge des Verkaufs der Werke Balda verlassen müssen, sollen aber nur 250 ihren Arbeitsplatz verlieren, die übrigen 750 sollen zu den neuen Besitzern wechseln. Außerdem gehen laut Balda 450 Stellen bei Zeitarbeitsfirmen verloren.

Für das Desaster macht Balda unter anderem die Benq-Insolvenz verantwortlich. Balda wird stattdessen verstärkt in China fertigen lassen, um den Kostendruck bei der Produktion abfangen zu können.

0 Kommentare zu diesem Artikel
15392