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BenQ Mobile stellt Insolvenzantrag

29.09.2006 | 12:54 Uhr |

Nach knapp einem Jahr steht die von Siemens übernommene Handysparte in Deutschland vor dem Aus - über 3.000 Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs.

Die frühere Siemens -Tochter Benq Mobile hat heute früh beim Amtsgericht München Insolvenz beantragt, nachdem gestern der taiwanesische Mutterkonzern angekündigt hatte, der deutschen Handysparte den Geldhahn zuzudrehen. Ein Insolvenzverwalter ist noch nicht bestellt. Während der Aktienkurs von BenQ gestern um 6% in die Höhe schnellte, müssen hierzulande 3.000 Angestellte, davon 1.400 in der Münchner Zentrale und 1.600 in den Produktionsstandorten Bocholt und Kamp-Lintfort, um ihre Arbeitsplätze bangen. Als Grund für die Entscheidung nennte der BenQ-Vorsitzende Lee eine schlechte Umsatz- und Margenentwicklung. Zuletzt lag der Anteil von BenQ-Siemens-Handys auf dem Weltmarkt nur noch bei 3 Prozent. BenQ will das Handygeschäft künftig komplett in Asien abwickeln und zieht dazu Know-how im geschätzten Wert von 1 Milliarde Euro aus Deutschland ab.

Sowohl die bayerische Landesregierung als auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der heute die Mitarbeiter im BenQ-Werk in Kamp-Lintfort besucht hat, sagten ihre Unterstützung zu.
Aus Sicht der Gewerkschaft hat das Versagen des Managements zu der Pleite geführt. Einige Mitarbeiter von BenQ Mobile wollen den früheren Arbeitgeber Siemens mit Hilfe der Gewerkschaft auf Schadensersatz zu verklagen. Der Betriebsrat hofft, dass der ehemalige Mutterkonzern durch die Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft Verantwortung übernimmt, statt sich mit 3.000 Einzelklagen auseinanderzusetzen. Seitens Siemens war noch niemand zu einer Stellungnahme bereit.

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