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BenQ Mobile: Schlimmer als erwartet

19.10.2006 | 14:31 Uhr |

Keine Kündigungen, keine Entlassungen, keine Freistellungen - aber auch keine Anwesenheitspflicht mehr für den Großteil der Beschäftigten. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Beim insolventen Handy-Hersteller BenQ Mobile verlieren rund 1.900 der 3.000 Beschäftigten ihre Jobs. Die harten Einschnitte seien erforderlich, um das Mobilfunkgeschäft über den 1. Januar 2007 hinaus zu erhalten, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager am Donnerstag in München. Mit dem Unternehmensumbau hoffe man, die übrigen rund 1.50 Arbeitsplätze halten zu können. Die betroffenen Mitarbeiter, die laut Prager bereits jetzt nicht mehr beschäftigt werden können, sollen nach Angaben eines Unternehmenssprechers in Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen gehen. Ihre Arbeitsverträge blieben erhalten, es handele sich also weder um Entlassungen noch um Kündigungen oder Freistellungen. Die Mitarbeiter würden aber von ihrer Anwesenheitspflicht entbunden.

Mit dem neuen Geschäftsmodell wolle man sich auf die Entwicklung und das Design von Mobiltelefonen für Auftraggeber mit eigener Marke konzentrieren, sagte Prager. Die komplette Wertschöpfung des Unternehmens müsse neu strukturiert werden. Betroffen von den Einschnitten seien vor allem Funktionen in der Verwaltung, in Marketing und Vertrieb sowie in der Fertigung, wo die Mitarbeiterzahl jeweils um rund drei Viertel reduziert werde. Neben der Zentrale in München trifft es auch die nordrhein-westfälischen Standorte Kamp-Lintfort und Bocholt. Die IG Metall sieht nun den früheren Besitzer Siemens noch stärker in der Pflicht. (dpa/ajf)

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