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Kriminelle kommunizieren mit Skype

17.02.2009 | 16:19 Uhr |

Besonders in Italien scheinen Kriminelle gerne die kostenlose und verschlüsselte VoIP-Kommunikation den herkömmlichen Telefonnetzen vor zu ziehen, um Abhörmaßnahmen der Behörden zu unterlaufen.

Das proprietäre und nicht dokumentierte Verschlüsselungsverfahren der kostenlosen VoIP-Software Skype gilt derzeit als nicht knackbar. Auch Kriminelle haben längst bemerkt, dass sie damit Details geplanter Verbrechen besprechen können, ohne abgehört werden zu können. Sie weichen deshalb zunehmend von Festnetz und Handy auf Internettelefonate aus und frustrieren so Ermittlungsbehörden.

Die BBC berichtet über einen solchen Vorfall in Mailand, bei dem sich zwei mutmaßliche Drogenhändler während eines von Steuerfahndern abgehörten Telefonats einigten das Gespräch über den Verkauf von zwei Kilogramm Kokain lieber via Skype fortzusetzen. Die italienische Polizei setzt sehr stark auf Telefonüberwachung, was die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi bereits zu einschränkenden Regelungen veranlasst hat. Denn zu oft finden sich Details aus abgehörten Telefonaten, auch von Politikern, schnell in der italienischen Presse wieder.

In einem Artikel des britischen Nachrichtenportals The Register aus der letzten Woche wird mit Bezug auf eine ungenannte Quelle sogar behauptet, der US-amerikanische Geheimdienst NSA (National Security Agency) sei bereit mehrere Milliarden Dollar an jeden zu zahlen, der eine Abhörmöglichkeit für Skype-Telefonate bieten könne.

Auch für die deutsche Polizei ist Skype ein Problem . BKA-Chef Ziercke sah darin bereits im November 2007 ein Argument für die umstrittene Online-Durchsuchung, um solche Gespräche an Quelle, also vor der Verschlüsselung abhören zu können.

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