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Beamer für die Westentasche

Ein Projektor im Taschenformat ist in Reichweite: In ihm baut ein beweglicher Mikrospiegel das Bild Zeile für Zeile auf. In einem Laborprototyp konnten Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft seine Schwingfrequenz und Auflösung so weit steigern, dass Grafiken und Texte klar lesbar erscheinen.

Nicht viel größer als ein Stück Würfelzucker könnte der Beamer der Zukunft sein. Eingebaut in Handys wäre der Miniprojektor immer dabei - etwa für eine Powerpoint-Präsentation im kleinen Kreis oder den schnellen Blick in ein Online-Journal. In fremden Städten könnte er die Orientierung erleichtern, indem er einfach einen Stadtplan an die nächste Hauswand projiziert. Noch ist dies Zukunftsmusik.

Einen Laborprototyp für ein derart winziges Gerät haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie ISIT in Itzehoe aber bereits gebaut. Er projiziert Texte und Grafiken mit einer Auflösung von 320 x 240 Bildpunkten. Herzstück ist ein beweglicher Spiegel mit einem Durchmesser von 1,5 Millimetern, der sich als Massenprodukt auf einem Chip fertigen lässt. Er lenkt einen Laserstrahl indem er seinen Kippwinkel ändert und baut so das Bild Pixel für Pixel auf.

"Das besondere an dem Spiegel ist seine Aufhängung", betont ISIT-Forscher Ulrich Hofmann. "Durch eine spezielle Befestigung an zwei Torsionsfedern lässt sich der Spiegel um zwei Achsen kippen. Dadurch kann er einen Laserstrahl horizontal und vertikal ablenken." Nach jeder Auslenkung ziehen die Federn den Spiegel so schnell in seine Ausgangslage zurück, dass er sich mehrere tausend Mal pro Sekunde verkippen lässt.

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