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Barcodes: Microsoft bringt Farbe rein

16.04.2007 | 17:00 Uhr |

Barcodes (auch Strichcodes genannt) kommen im Alltag auf vielfältige Weise zum Einsatz und erleichtern beispielsweise den Kassiererinnen die Arbeit im Supermarkt. Kamen in solchen Barcodes bisher nur Schwarz und Weiß zum Einsatz, will Microsoft nun Farbe ins Spiel bringen.

Die ISAN-IA (International Standard Audiovisual Number International Agency) hat am Montag die Lizensierung des von Microsoft Research unter der Leitung von Gavin Jancke entwickelten farbigen Barcodes bekannt gegeben, die die Bezeichnung High Capacity Color Barcode tragen.

Das Hinzufügen von Farbe in Barcodes soll dafür sorgen, dass auf engsten Raum noch mehr Informationen gespeichert werden können, als bei der bisher üblichen Verwendung von Schwarz und Weiß. Für eine weitere Platzersparnis sorgt die Verwendung von Dreiecken, anstatt von Rechtecken. Bei der Verwendung von vier Farben schrumpft der Platzbedarf auf die Hälfte und bei acht Farben wird nur noch ein Drittel des Platzes benötigt, wie Jancke auf seiner Website demonstriert. Demnach hätten Labortests gezeigt, dass sich bis zu 3500 Buchstaben in einem Quadratzoll (ca. 6,45 cm²) Platz hätten, was den Umfang zweier Romanseiten entspräche. Dieser Barcode könnte nachwievor von einem üblichen Tintenstrahl- oder Laserdrucker ausgedruckt werden.

Mit den neuen Barcodes sollen bei Film-DVDs und Spielemedien zum Einsatz kommen und unter anderem dazu dienen, die Medien sicherer vor Kopien zu machen beziehungsweise die Erkennung von Raubkopien zu erleichtern. Außerdem könnten die farbigen Barcodes dafür verwendet werden, um den Anwendern zusätzliche Extras zu offerieren, wie beispielsweise Links zu Trailern. Im Gegensatz zu Schwarz-Weiß-Barcodes muss das Drucken der farbigen Barcodes mit einer höheren Auflösung erfolgen, wodurch deren Erstellung aufwendiger wird.

Die farbigen Barcodes sollen auch nicht die bisherigen Barcodes ersetzen, sondern ergänzen. Die Anwender sollen per Webcam oder Handy-Kamera in der Lage sein, den farbigen Barcode auszulesen und die darin enthaltenen Informationen beispielsweise dafür nutzen, um weitergehende Informationen zu dem Produkt zu erhalten. Die dafür notwendige Software will Microsoft kostenfrei für Windows anbieten und zusätzlich auch einen Online-Dienst auf die Beine stellen, über den auch Nutzer anderer Betriebssysteme die Barcodes entschlüsseln können. Laut Angaben der ISAN, dem Pendant der ISBN für Bücher, werden zumindest am Anfang alle neuen Hollywood-DVD-Filme mit dem neuen Code gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen, weil sie die dafür zuständige ISAN-Agentur bereits lizensiert hat. Microsoft selbst will die farbigen Barcodes künftig auf allen seinen Xbox-360-Spiele-DVDs einsetzen.

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