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Banken verzögern interne Geldtranfers

24.05.2005 | 14:43 Uhr |

Mehrere britische Banken führen Transaktionen verzögert aus, um Phishing zu erschweren.

Analysten der Gartner Group berichten, dass vier britische Banken dazu übergegangen sind Geldbewegungen innerhalb der jeweiligen Bank erst mit einer Verzögerung von bis zu einem Tag auszuführen. Damit wollen sie Zeit gewinnen, die zur Überprüfung auf Phishing-Vorfälle genutzt werden soll. Genannt werden Barclays Bank, die Bank of Scotland, HBOS und Natwest.

Avivah Litan and John Pescatore von Gartner Research kommentieren diese Praxis und werten sie als Zeichen dafür, dass die Banken Phishing sehr ernst nehmen. Sie begründen dies damit, dass Banken in hartem Wettbewerb stehen und eine verzögerte Ausführung von Überweisungen, isoliert betrachtet, einen Nachteil gegenüber der Konkurrenz darstellen.

Automatische Systeme, die Zahlungsvorgänge analysieren und mit bekannten Phishing-Vorfällen in Verbindung bringen können, sind erst am Anfang ihrer Entwicklung. Ihre Fähigkeiten sind noch begrenzt. Banken können gezwungen sein, bestimmte Transaktionen manuell zu überprüfen. Dies bedeutet Zeitverlust und zusätzliche Kosten, erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, eine von Betrügern veranlasste Überweisung zu erkennen.

Banken nehmen die Gefahr durch Phishing auch deshalb sehr ernst, weil sie durch Online-Banking viel Geld sparen können. Verlieren die Kunden jedoch das Vertrauen in die Sicherheit dieser virtuellen Bankfilialen, entscheiden sie sich wieder für die kostenintensivere klassische Methode der Kontoführung.

Selbstjustiz gegen Phishing Sites (PC-WELT Online, 23.05.2005)

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