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Bandenkrieg im Cyberspace

21.03.2005 | 16:11 Uhr |

Es zeigt sich immer wieder, dass der Cyberspace in vielerlei Hinsicht ein Abbild der realen Welt ist. So ist zum Beispiel zu beobachten, dass Gruppen von Virenprogrammierern nicht länger nur in regem Wettbewerb untereinander stehen. Inzwischen bekämpfen sich die Schädlinge auf den PCs der Anwender gegenseitig.

Es zeigt sich immer wieder, dass der Cyberspace in vielerlei Hinsicht ein Abbild der realen Welt ist. So ist zum Beispiel zu beobachten, dass Gruppen von Virenprogrammierern nicht länger nur in regem Wettbewerb untereinander stehen. Das Wetteifern um den raffiniertesten, innovativsten oder schlicht erfolgreichsten Virus ist seit Jahren im Gang. Inzwischen bekämpfen sich die Schädlinge auf den PCs der Anwender gegenseitig.

Bereits im vergangenen Jahr gab es etliche Würmer, die Dateien und Registry-Einträge anderer Würmer zu löschen versuchten. Mit von Anwendern bewusst installierter Software zusätzlich eingeschleuste Adware/Spyware räumt sich per Lizenzvereinbarung ausdrücklich das Recht ein andere Programme vom PC zu entfernen ( wir berichteten ). Dieser Trend setzt sich auch bei den Trojanischen Pferden fort. So meldet Eugene Kaspersky, Gründer des Antivirus-Herstellers Kaspersky Labs , die Entdeckung eines so genannten "Proxy-Trojaners", der eine Reihe von Dateien löscht, die dem Dateinamen nach zu anderen Trojanischen Pferden gehören können.

Beim Aufbau von Bot-Netzen ( wir berichteten ), die sich an Spammer vermieten oder verkaufen lassen, geraten sich inzwischen offenbar konkurrierende Gruppen verstärkt in die Quere. Es gibt scheinbar zu wenige ungeschützte PCs auf der Welt, um alle Bedürfnisse der organisierten Online-Kriminalität zu befriedigen.

Kaspersky orakelt, dass es wie in der globalisierten Weltwirtschaft zu Übernahmen und Konzentrationen kommen wird. Es würden dann nur einige größere Gruppen überleben, die sich aus kleineren gebildet haben. Sie würden die PCs kontrollieren, die dann noch immer ohne ausreichenden Schutz am Internet hängen. Die Tendenz geht bereits heute zu kleineren Bot-Netzen, denn einige Hundert PCs, die per DSL nahezu permanent online sind, können mindest soviel Schaden anrichten wie einige Tausend, die sich immer nur für kurze Zeit per Modem einwählen. So hält auch die Rationalisierung Einzug in die organisierte Online-Kriminalität.

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