2107095

Bande erbeutet 100 Mio. US-Dollar mit gestohlenen Börsen-News

12.08.2015 | 14:26 Uhr |

Über Insidergeschäfte hat eine Bande über 100 Millionen US-Dollar erbeutet. Dazu griff sie Finanz-Informationsdienste an.

Eine internationale Bande von Online-Kriminellen hat über fünf Jahre hinweg über 100 Millionen US-Dollar durch Insidergeschäfte an der Börse erbeutet. Das meldet die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission). An die Informationen gelangte die Bande, in dem sie sich in die Server von mindestens zwei Finanz-Informationsdiensten hackte. Dort hatte sie dann Zugriff auf Finanz-Pressemitteilungen, noch bevor diese veröffentlicht werden konnten. Laut Angaben der SEC soll die Bande aus 32 Mitgliedern bestehen. Zu den Mitgliedern gehören nicht nur Hacker, sondern auch Finanzhändler. Die Mitglieder agierten aus den Ländern Russland, Ukraine, Malta, Zypern, Frankreich und aus den US-Bundesstaaten Georgia, New York und Pennsylvania.

Der SEC-Meldung zufolge verschleierten die Angreifer über Proxy-Server ihre Identität und gelangten so auf die Server der Finanz-Nachrichtendienste, indem sie sich als deren Mitarbeiter ausgaben. Auf diesem Weg sind über 150.000 Pressemitteilungen gestohlen worden. Die Mitglieder der Bande waren damit vorab im Besitz von Informationen über Unternehmenszahlen oder geplante Übernahmen. Finanzexperten warb die Gruppe an, indem sie in einem Video unter Beweis stellte, dass sie erfolgreich an die Informationen gelangen konnte.

In einem Fall war die Bande etwa eine halbe Stunde vorab darüber informiert gewesen, dass die Gewinnprognose eines Unternehmens geringer als geplant ausfallen würde. Das Wissen brachte der Bande dann einen Gewinn über 510.000 US-Dollar ein. Das betreffende Unternehmen hatte die Pressemitteilung an den Finanzinformationsdienst geleitet und sie sollte eigentlich erst 36 Minuten später veröffentlicht werden. Bereits 10 Minuten nach dem Versand der noch vertraulichen Mitteilung landete diese aber bei den Finanzhändlern der Bande, die dann entsprechende Geschäfte an der Börse machten, ehe dann nach Veröffentlichung der Pressemitteilung der Börsenkurs des Unternehmens fiel.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2107095