74046

Bald 10 Gigahertz?

11.12.2000 | 10:27 Uhr |

Forscher des Chip-Herstellers Intel haben den weltweit kleinsten und schnellsten Transistor am Montag auf einer Fachtagung in San Francisco vorgestellt. Mit der neuen Transistor-Generation sollen künftig bisher unmögliche Technologien realisiert werden.

Forscher des Chip-Herstellers Intel haben den weltweit kleinsten und schnellsten Transistor am Montag auf einer Fachtagung in San Francisco vorgestellt. Mit Hilfe der winzigen Prozessor-Bausteine will Intel künftig kleine, aber zehn Mal schnellere Mikrochips als bisher fertigen, teilte das Unternehmen mit.

"Unsere Transistoren werden die nächste Stufe im Computer-Bereich einläuten", meinte Andreas Dott, Spezialist für Mikroprozessoren bei Intel. Künftig könnten PCs und mobile Geräte so leistungsfähig sein, dass speicherintensive Funktionen wie sprachgesteuerte Menüführung oder sogar Simultan-Übersetzungen kein Problem mehr darstellten. "Die Sprache wird statt der Tastatur die Schlüsselfunktion werden", so Dott.

"Mit diesem Durchbruch wird Intel weiter die Leistungsfähigkeit der Computer steigern und zugleich die Kosten für Mikroprozessoren verringern können", meinte Sunlin Chou von Intel. Künftige Prozessoren werden aus 400 Millionen und mehr Transistoren bestehen und mit einer Taktfrequenz von zehn Gigahertz arbeiten können, so Dott weiter.

Auf den heutigen Pentium-4-Prozessoren, die mit maximal 1,5 Gigahertz arbeiten, finden dagegen "nur" 42 Millionen Transistoren Platz. Die Prozessoren würden damit so leistungsfähig, dass selbst universelle Simultan-Übersetzungen wie in der Science-Fiction-Serie "StarTrek" auf normalen PCs laufen könnten. Für die nächsten Jahre erwartet Dott, dass die Software-Entwickler zahlreiche neue Anwendungen entwickeln, die diese Leistungsfähigkeit nutzen.

Transistoren sind die Bausteine eines jeden Mikroprozessors und senden durch An- oder Ausschalten elektrische Signale. Dabei wird ein Elektron durch das so genannte Transistor-Tor (Gate) geschickt.

Die neuen Intel-Transistoren sollen eine Breite von nur noch 0,03 Mikrometer haben. Bislang sind die Transistoren, zum Beispiel bei der 0,13 Micron-Technologie, noch knapp 0,08 Mikrometer breit.

Ein Stapel von 100.000 Transistor-Toren wäre gerade einmal so dick wie ein Blatt Papier. Zwölf Millionen Transistor-Tore kämen übereinander gelegt damit auf eine Höhe von einem Zentimeter. Die ersten Transistoren der neuen Generation sollen Intel zufolge im Jahr 2005 in die Massenproduktion gehen. (PC-WELT, 11.12.2000, dpa/ mp)

Alarmglocken bei Intel (PC-WELT Online, 08.12.2000)

Kritik am P4 wächst (PC-WELT Online, 23.11.2000)

P4: Eine glatte Enttäuschung (PC-WELT Online, 20.11.2000)

AMD: Athlon besser als P4 (PC-WELT Online, 12.11.2000)

100-Gigahertz-Chip kommt (PC-WELT Online, 07.11.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
74046