Bakterien zur Datenspeicherung

Sonntag, 20.05.2007 | 13:42 von Michael Söldner
Japanischen Forschern gelang es, Daten mit Hilfe von Bakterien zu speichern. Die Informationen sollen damit möglicherweise für Millionen von Jahren archiviert werden können.
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Wissenschaftlern der Keio Universität in Fujisawa ist es gelungen, in Bakterien Einsteins Formel E=MC2 und deren Veröffentlichungsjahr 1905 zu speichern. Die Forscher um den Japaner Masaru Tomita nutzen den genetischen Code der Mikroorganismen, um diese Daten dort abzulegen. Somit bleiben die Informationen genau so lange erhalten, bis die Bakterien sterben – möglicherweise Millionen von Jahren.

Für die Programmierung der Mikroorganismen machen sich die Forscher das Prinzip zunutze, dass der genetische Code mit den Buchstaben A, T, G und C verschlüsselt wird. Demzufolge funktioniert das Beschreiben ähnlich wie bei digitalen Daten, so die Forscher. Die Darstellung erfolgt durch die Kombination der Basenpaare. Somit wird es möglich, Daten wie Musik, Videos, Texte oder andere Inhalte in den Lebewesen abzulegen. Die enorm lange Lebensdauer der Bakterien garantiert weiterhin eine Möglichkeit zur Langzeitspeicherung, die der mechanischer Speichermedien weitaus überlegen ist: „Viele Menschen haben noch nicht einmal darüber nachgedacht, Daten für Tausende von Jahren zu speichern", so Tomita. „Wir denken hier an Hunderte von Millionen Jahren.".

Die Erscheinungsform der Bakterien werde durch ihre Programmierung jedoch nicht beeinflusst. Lediglich die Mutation der Organismen, die alle Informationen zerstören könnte, spricht gegen die Bakterienspeicher-Technologie. Um dieses Risiko zu minimieren, werden die Informationen an vier Stellen im Bakterium abgelegt: „Mir gefällt die Idee. Wir brauchen jedoch noch mehr praktische Anwendungen", erklärt Bakterien-Experte Katsumi Doi von der Universität Kyushu.

Sonntag, 20.05.2007 | 13:42 von Michael Söldner
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