17.04.2012, 18:01

Denise Bergert

Bait-Apps

Eltern klagen gegen Apples In-App-Zahlungen

©Apple

Mehrere Eltern wollen Klage gegen so genannte „Bait-Apps“ in Apples App Store einreichen. Die Anwendungen sind speziell darauf ausgelegt, Kinder und Jugendliche zum Kauf von Spielgegenständen zu verleiten.
Im vergangenen Jahr hatte ein Richter im US-Bundesstaat Kalifornien mehrere Klagen zusammengefasst, die verärgerte Eltern gegen Apple eingereicht hatten. Stein des Anstoßes sind dabei so genannte „Bait-Apps“ im App Store des US-Konzerns. Die Anwendungen, darunter beispielsweise das Spiel „Smurfs' Village“, sind nach Ansicht der Kläger darauf ausgelegt, Kinder und Jugendliche zum Kauf von In-App-Gegenständen anzuhalten.

Dieses Vorhaben der App-Entwickler scheint in einigen Fällen auch zu funktionieren, denn viele der Eltern sahen sich innerhalb kurzer Zeit mit App-Store-Rechnungen von mehreren Hundert Dollar konfrontiert. Apple hatte in den vergangenen Monaten versucht, die Klagen abzuwehren, indem in entsprechenden Apps eine Option zum Ausschalten der In-App-Käufe eingebunden wurde. Die Gefahr für unbeabsichtigte Käufe bei den Sprösslingen liegt laut den Anklageschriften vor allem in einem 15-minütigen Zeitfenster, das es den App-Käufern ermöglicht, nach der Installation zusätzliche Käufe zu tätigen, ohne dafür erneut das App-Store-Passwort eingeben zu müssen.
Der US-Richter hielt heute vier der fünf eingereichten Klagen aufrecht, wodurch Apple sich den Vorwürfen nun voraussichtlich vor Gericht stellen muss. Die verärgerten Eltern werfen dem Konzern unter anderem vor, die Apps als „kostenlos“ anzupreisen und damit das Verbraucherschutzgesetz durch falsches Marketing zu verletzen. Apple hat nun bis zum 24. Mai 2012 Zeit, eine Stellungnahme zu seiner Verteidigung einzureichen.
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