Die Grenze zwischen nützlicher Such-Toolbar und spionierendem Browser-Plug-in ist unscharf. Nur für Anwender, die lieber nicht verraten wollen, welche Websites sie besuchen, ist die Grenze klar: Toolbars von Suchmaschinen selbst sind meist noch akzeptabel, fast alle anderen Plug-ins mit Sucheingabe sind es nicht.
Beispiel Zango-Toolbar: Diese Toolbar kommt ebenfalls huckepack mit anderer Software. Diese wird teilweise recht aggressiv per Werbe-Pop-up angeboten, wie die Bildergallery unten zeigt.
Wer sich die Zango-Toolbar installiert, bekommt Pop-ups angezeigt, die laut Zango auf die Suchbegriffe des Anwenders abgestimmt sind. Zumindest macht der Hersteller kein Geheimnis aus seiner Datensammelwut. Auf der Website erklärt er potenziellen Werbekunden, wie das System funktioniert (siehe Bild von
Benjamin Edelman in der Fotostrecke unten).
Badware: Je beliebter eine Freeware ist, umso interessanter ist sie für Programmierer von Werbemodulen. Und wenn die Freeware-Macher auch noch bereit sind, solche Module einzubauen, dann gibt’s das Tool oft in mehreren verseuchten Versionen.
Stopbadware.org, eine Organisation einer Universität und mehrerer Firmen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, verseuchte Freeware zu finden. Als verseucht (also Badware) gilt für die Organisation jedes Programm, das auf dem PC des Anwender Dinge macht, die der Anwender nicht wünscht. Der Begriff Badware umfasst damit Ad- und Spyware, aber auch noch weitere nervige Programme. Die Organisation veröffentlicht eine Liste mit prominenten Programmen, die sie als Badware einstuft.
Kazaa: Auf der Liste findet sich etwa die verbreitete Tauschbörsen-Software Kazaa. Stopbadware.org hat das Tool heruntergeladen und analysiert. Das Ergebnis: Kazaa kommt mit sieben weiteren Programmen, um die der Anwender nicht gebeten hat. Dazu zählen etwa Topsearch, Altnet Peer Points Manager, Cydoor und RX Toolbar.
Fast MP3 Search Plug-in: Ein weiteres Beispiel ist ein Plug-in für den Internet Explorer, das man sich herunterladen soll, um kostenlos an Musik zu kommen. Auf der Download-Website wurde unter anderem behauptet, das niemand verfolgen kann, was man über das Plug-in herunterlädt. Eine Analyse ergab, dass eine ganze Reihe von Werbe- und Badware-Tools enthalten sind. Mit dabei waren etwa Tag A Saurus, Stop Zilla, Mirar Toolbar, UC more Search Accelerator, Command, Deluxe Communications, Enhanced Ads by Think-Adz removal, Internet Optimizer, Network Monitor, Related Page, Search Bar, Target Saver, Think-Adz Search Assistant Removal, Toolbar 888, Smitfraud-C und Windows Overlay Components. Alles Komponenten, die ein PC-Anwender gewöhnlich nicht auf seinem PC haben will.
Jessica Simpson Screensaver: Als letztes Beispiel von Stopbadware.org haben wir Jessica Simpson Screensaver herausgesucht. Er integriert einen Bildschirmschoner mit rund 40 Fotos von der Sängerin und Schauspielerin Jessica Simpson. Es ist möglich, dass es einen solchen Bildschirmschoner auch unverseucht gibt. Doch die Versionen, die Stopbadware.org gefunden hat enthielt unter anderm diese Komponenten: Better Internet/Best Offers Network, Begin 2 Search, Dollar Revenue, Dy Fu CA (auch bekannt als Money Tree), e 2 give, Ezula, Get Mirar, Hotsearchbar, Media Motor, Prutect, Safesurfing, Web Hancer, Win AD, Wind Updates und Zango.
Liste von Stopbadware.org: Die Organisation Stopbadware.org gibt regelmäßig einen Bericht über unerwünschte Programme heraus. Auf der Website finden sich außer den drei oben genannten Tools noch diese Programme:
ABC Scrabble
Acez Jukebox
Dollar Revenue
Drive Cleaner 2006
Fake-Mailer
Fast MP3 Search Plug-in
Free Wire
Funcade
Italian Soccer
Mediapipe
PC Mighty Max
Puzzle Desktop
Spy Axe
Un Spy PC
Win Anti Spyware 2006
Win Anti Virus 2006
Winfixer
Zu jedem Tool gibt’s eine genaue Analyse mit Angaben, wann der Code heruntergeladen wurde, was er vorgibt, zu sein, und welche unerwünschten Bestandteile enthalten sind.
Die Infos von Stopbadware finden Sie hier.
Darin gibt's unter anderem Infos zu Betrugs-Software und Tipps, wie Sie sich dagegen schützen können.
Serie 1 - Schritt 1
So läuft eine Infektion mit verscheuter Freeware ab. Ein Werbe-Pop-up für einen Spamblocker soll zum Klicken verführen (Quelle: Ben Edelman - http://www.benedelman.org)
Serie 1 - Schritt 1
So läuft eine Infektion mit verscheuter Freeware ab. Ein Werbe-Pop-up für einen Spamblocker soll zum Klicken verführen (Quelle: Ben Edelman - http://www.benedelman.org)
Serie 1 - Schritt 2
Wer aufs Pop-up klickt, landet auf der Download-Site für den Spamblocker. Der Software-Anbieter versteht sein Tool als werbefinanzierte Freeware (Quelle: Ben Edelman - http://www.benedelman.org)
Serie 1 - Schritt 3
Das standardmäßige Download-Fenster des Browsers wird angezeigt. Es folgt die standardmäßige Windows-Warnung vor Internet-Downloads (Quelle: Ben Edelman - http://www.benedelman.org)
Serie 1 - Schritt 4
Nach dem Download und dem Start der Installationsdatei erscheinen die Lizenzbedingungen des Spam Blockers weist der Anbieter auf das Werbemodul hin (Quelle: Ben Edelman - http://www.benedelman.org)
Serie 1 - Schritt 5
Wer hier auf „Free ad-supported Version“ klickt bekommt anschließend Zango-Toolbar installiert (Quelle: Ben Edelman - http://www.benedelman.org)
Serie 1
Geschäftsmodell: Der Adware-Hersteller Zango erklärt hier, wie sein „Dienst“ funktioniert. Entscheidend ist das „Based on Keyword Search“. Zango weiß also, was Sie in einen Browser eingeben
Serie 2 - Schritt 1
Ein Pop-up empfiehlt, das System nach Möglichkeiten zur Optimierung untersuchen zu lassen
Serie 2 - Schritt 2
Wer auf das Pop-up geklickt hat, landet auf der Website eines vorgeblichen Optimierungs-Tools. Ein Button auf der Site verspricht einen sofortigen Scan
Serie 2 - Schritt 3
Wer darauf klickt, bekommt ein Pop-up, das auf ein folgendes Download-Fenster hinweist und es verharmlos
Serie 2 - Schritt 4
Nach dem Download gibt’s einen Installer, der sogar auf Geschäftsbedingungen hinweist. Das wirkt halbwegs seriös
Serie 2 - Schritt 5
Das Tuning-Tool behauptet nach einer kurzen Untersuchung, dass schwere Systemfehler vorliegen
Serie 2 - Schritt 6
Wer die Fehler reparieren lassen will, wird auf eine Website mit Kaufformular für die Vollversion geleitet
Serie 3 - Schritt 1
Ein Pop-up im Stil einer Systemmeldung von Windows empfiehlt, den PC nach Viren durchsuchen zu lassen
Serie 3 - Schritt 2
Wer auf das Pop-up geklickt hat, landet auf der Website eines vorgeblichen Antiviren-Tools. Dort drängt sich ein Download auf
Serie 3 - Schritt 3
Nach einem gewöhnlichen Datei-Download präsentiert sich dieses Installer-Fenster – mit Hinweis auf die Geschäftsbedingungen
Serie 3 - Schritt 4
Das Tool selbst wirkt wie ein ganz gewöhnliches Antiviren-Programm. Die Bedienerführung ist sogar sehr übersichtlich
Serie 3 - Schritt 5
Nach einem „Scan“ des Systems stuft das Tool die gefundenen Cookies als mittlere Bedrohung ein und empfiehlt eine Registrierung
Serie 3 - Schritt 6
Wer dem Registrierungs-Button folgt, landet auf der Website des Tools, wo sich ein Kaufformular präsentiert – zu zahlen sind 40 Euro
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