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Backups sind bei Datendieben begehrt

02.05.2005 | 14:36 Uhr |

In letzter Zeit gingen mehrfach Backup-Tapes großer Unternehmen verloren, die gespeicherte Kundendaten enthielten.

Während sich Unternehmen wie private Anwender darauf konzentrieren, eindringende Spyware abzuwehren, bringen Datendiebe gleich ganze Datenträger in ihren Besitz. Große Handelsunternehmen sichern ihre Datenbestände meist mittels Bandlaufwerken, so genannten Streamern. Sie lagern die Bandkassetten (Cartridges) bei externen Dienstleistern, damit im Falle eines Schadens wie Feuer oder Wassereinbruch wenigstens die Daten nicht verloren sind. Das ist an sich ein sinnvoller Ansatz. Auf solche Dienste spezialisierte Firmen verfügen über geschützte Aufbewahrungsmöglichkeiten, die Feuer, Wasser wie auch Dieben widerstehen sollten.

Problematisch wird es, wenn die Datenträger auf dem Weg zum Lagerort oder in den Räumen der beauftragten Firma verloren gehen und in die Hände von Dieben fallen. So musste das Finanzunternehmen Ameritrade kürzlich bekennen, dass ein Backup-Datenträger mit etwa 200.000 Datensätzen verloren gegangen war. Der Dienstleister Iron Mountain, der für seine Auftraggeber die Lagerung von Datenbeständen übernimmt, gab zu vier Bandkassetten mit Datenbeständen seiner Kunden zu vermissen. Nur drei davon fanden sich später wieder an.

Auch in kleineren Firmen, die Backups selbst durchführen und lagern, gibt es Schwachpunkte, an denen Datendiebe ansetzen können. So sind oft unzureichend qualifizierte Mitarbeiter mit dem Wechseln der Bänder betraut, die in der Firmenhierachie weit unten stehen, etwa Auszubildende oder Praktikanten, weil diese Aufgabe als niedere Tätigkeit betrachtet wird. Gerade solche Mitarbeiter sind jedoch am ehesten anfällig für eine Versuchung, wenn jemand mit ein paar Geldscheinen winkt.

Zwar ist es nicht völlig trivial Kundendaten aus Backup-Datenträgern zu gewinnen, der nötige Aufwand hält sich jedoch in Grenzen. Daher fordern Sicherheitsfachleute, dass Unternehmen ihre Backups grundsätzlich verschlüsseln sollten. Wer verschlüsselte Backups unbefugt in die Hände bekommt, wird damit nichts anfangen können. Daher überdenken in letzter Zeit immer mehr Unternehmen ihre Backup-Strategien und gehen dazu über, Daten nur noch in verschlüsselter Form zu speichern. Das vermeidet auch peinliche Situationen, wenn etwa ausrangierte Festplatten bei Internet-Auktionen auftauchen, wie dies kürzlich der Brandenburger Polizei passierte.

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