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Fluch und Segen privater Smartphones im Unternehmen

20.09.2012 | 16:42 Uhr |

Schlagworte wie "Consumerisation" oder "BYOD" beschäftigen IT-Verantwortliche mehr als ihnen lieb ist. Vor allem die Sicherheit der durch Angestellte mitgebrachten Mobilgeräte bereitet ihnen Kopfzerbrechen, wie eine Umfrage zeigt.

Der Trend zur Konsumerisierung der Unternehmens-IT scheint unumkehrbar. Neben privaten Notebooks kommen immer häufiger auch Smartphones und Tablet-PCs der Angestellten zum Einsatz. Als häufigsten Grund nennen Unternehmen die höhere Flexibilität und Produktivität der Mitarbeiter, wenn sie ihre eigenen Geräte nutzen können. Dabei sehen Geschäftsführer eher die Vorteile, während IT-Verantwortliche Sicherheitsbedenken haben.

Das Marktforschungsunternehmen Forrester hat im Auftrag des Sicherheitsunternehmens Trend Micro 200 IT-Fachleute aus Unternehmen mit mehr als 500 Angestellten im ersten Halbjahr 2012 zum Themenkomplex "BYOD" (Bring Your Own Device) befragt. In dieser Umfrage haben 78 Prozent der befragten Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA angegeben, sie richteten derzeit Programme ein, um die geschäftliche Nutzung privater Smartphones und anderer mobiler Endgeräte zu regeln. In jedem zweiten Unternehmen hat es bereits sicherheitsrelevante Vorfälle mit solchen Geräten gegeben.

In den USA sind bereits in mehr als der Hälfte der Firmen privat beschaffte Endgeräte im Einsatz, in Deutschland bei etwa 23 Prozent der Unternehmen. Das hat eine zweite Studie ergeben, die Decisive Analytics für Trend Micro durchgeführt hat. Demnach sind für 86 Prozent der IT-Entscheider Datenschutz und Datensicherheit die wichtigsten Aspekte, die ihnen Sorge bereiten, wenn private Smartphones auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen. Wird dies zugelassen, setzen 83 Prozent der Unternehmen die Installation einer Sicherheitslösung voraus.

Kommt es zu Sicherheitsvorfällen, schränken Unternehmen die Zugriffsrechte ein (45 Prozent) oder fordern die Installation einer Sicherheits-Software (43 Prozent). Nur 12 Prozent der Unternehmen haben den BYOD-Ansatz deshalb ganz aufgegeben. Dieser radikalere Schritt ist vorwiegend in den USA beobachten, während man in Deutschland eher nach technischen Lösungen sucht.

Die Vorteile der IT-Konsumerisierung lassen sich offenbar nur dann mit vertretbaren Nebenwirkungen nutzen, wenn es im Unternehmen klare Regeln und Sicherheitsvorkehrungen gibt. Unkontrollierter Wildwuchs kann zu erheblichen Sicherheitsproblemen führen, etwa zum Diebstahl geistigen Eigentums oder zur Verseuchung des Netzwerks mit Malware.

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