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BSI-Kongress: Elektronische Gesundheitskarte - Herausforderung für Informatiker

11.05.2005 | 11:55 Uhr |

Das IT–Großprojekt "Elektronische Gesundheitskarte" stellt Informatiker vor eine Fülle von Fragen in bisher nicht bekanntem Ausmaß: Etwa wie die sozialen Rahmenbedingungen und Konsequenzen etwaiger technischer Lösungen aussehen.

80 Millionen Versicherte bei 300 Krankenkassen sollen irgendwann in ein Netz eingespeist werden, an dem Krankenkassen, Arztpraxen, Apotheken und die Rechner anderer Heilberufe angeschlossen sind – Arzneimittelverträglichkeiten, Patientenakten oder auch Arztbriefe verwaltet werden. Im Mittelpunkt dieses Projekts steht dabei die elektronische Gesundheitskarte. Nicht nur in gesellschaftspolitischer sondern auch in technischer Hinsicht als sehr ambitioniert stufte Dr. Thilo Weichert, Landesbeauftragter für den Datenschutz Schleswig-Holstein, das Projekt dementsprechend ein.

Informatiker werden, so Weichert in seinem Beitrag auf dem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ausgerichteten IT-Sicherheitskongress, mit dem Projekt gezwungen, sich mit einem Spektrum an Themen auseinanderzusetzen, das in dem Ausmaß so wahrscheinlich nicht üblich ist: etwa sozialen Rahmenbedingungen und Konsequenzen technischer Lösungen. So reichen die Fragestellungen von:

- Werden Informationen bei der Daten-Speicherung und -übermittlung ausreichend geschützt

- Kann der Urheber einer Datei und die Nutzung vollständig protokolliert werden

- Kommt das System der langjährigen Aufbewahrungspflicht nach

- Wie sieht es mit der Handhabbarkeit für ältere oder behinderte Menschen aus

- Ist die Auskunftserteilung an den Patienten möglich

Den kompletten Beitrag von Dr. Thilo Weichert können Sie im Tagungsband zum 9. Deutschen IT-Sicherheitskongress nachlesen. Herausgeber ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Erscheinen wird der über 300-Seiten starke Band im Secu-Media Verlag. Kostenpunkt: 49,10 Euro.

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