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Fordert mehr Investitionen und Verantwortung im Bereich IT-Sicherheit

04.11.2007 | 16:01 Uhr |

Wie die aktuelle Studie „IT-Sicherheit 2007“ verdeutlicht, fehlt deutschen Firmenchefs offenbar das Gefühl für Sicherheit. Lediglich ein Drittel aller befragten Unternehmen hat ein Risikomanagement für das firmeneigene IT-System eingerichtet. Udo Helmbrecht, Leiter des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), fordert unterdessen mehr Kontrollrecht bei Behörden für die BSI.

Im Interview mit der „Wirtschaftswoche“ wies Helmbrecht auf den estländischen Hackerangriff im Mai hin, bei denen Kommunikationsinfrastrukturen von Unternehmen und Behörden lahm gelegt wurden. Neben der öffentlichen Verwaltung unterschätzen seiner Meinung nach auch die Unternehmen das Risiko digitaler Angriffe. Mittlerweile kommen in 80 Prozent der deutschen Unternehmen zwar schon Sicherheitslösungen zum Einsatz, diese gehen allerdings nicht weit genug, um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Der BSI-Präsident fordert mehr Investitionen in die IT-Sicherheit und eine stärkere Aufmerksamkeit gegenüber der Thematik: "Ich wünschte mir, mancher Geschäftsführer würde für den Schutz seiner Unternehmens-IT ähnlich viel Geld ausgegeben und Aufwand betreiben wie für seinen Dienstwagen."

Auch die Einführung eines IT-Sicherheitsgesetzes sieht Helmbrecht als sinnvoll. Bereits bestehende Gesetze wie das Bundesdatenschutzgesetz oder das Gesetzt zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) regeln zwar einige Teilbereiche, finden in der Praxis jedoch wenig Beachtung. Obwohl bei Nichteinhaltung Bußgelder und Geldstrafen oder sogar Gefängnis drohen.

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