BOL: Online-Buchhändler macht Ende 2002 dicht

Dienstag den 22.10.2002 um 13:13 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Zum Jahresende 2002 schließt der Online-Buchhändler BOL in Deutschland seine Pforten. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat Bertelsmann für das defizitäre Unternehmen BOL keinen Käufer gefunden.
Zum Jahresende 2002 schließt der Online-Buchhändler BOL in Deutschland seine Pforten. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat Bertelsmann für das defizitäre Unternehmen BOL keinen Käufer gefunden.

In Schweden und Niederlanden sehe es besser aus. Dort sollen die Unternehmen noch in diesem Jahr verkauft werden. Ähnlich wie in Deutschland wird es aber auch den BOL-Niederlassungen in Dänemark, Norwegen, Malaysia, Singapur und Hongkong ergehen. Sie sollen ebenfalls geschlossen werden. In Japan und Frankreich sei die Zukunft von BOL noch nicht gesichert.

Von der Schließung von BOL in Deutschland sind die Jobs von 50 Mitarbeitern betroffen. Bertelsmann überprüft derzeit, ob diese Mitarbeiter in anderen Unternehmensbereichen des Konzerns weiterbeschäftigt werden können.

BOL machte vor allem der Hauptkonkurrent und Pionier Amazon zu schaffen. Während BOL in Spitzenzeiten einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro insgesamt und 30 Millionen Euro in Deutschland erwirtschaftete, brachte es Amazon im Jahr 2001 auf einen Jahresumsatz von 3,2 Milliarden Euro. Vor allem die enormen Lagerkosten haben BOL zu schaffen gemacht, so dass auch eine Zusammenlegung mit dem Buchclub-Geschäft von Bertelsmann keine Besserung brachte.

Nach der erfolglosen Suche nach einem Käufer folgt nun das Aus für BOL Deutschland. Unter anderem wurde dabei auch mit Amazon verhandelt. Amazon sei allerdings nicht bereit gewesen, für die Übernahme der etwa eine Million BOL-Kunden einen angemessen Preis zu zahlen.

Dienstag den 22.10.2002 um 13:13 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

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