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BND will Facebook & Twitter (fast) in Echtzeit überwachen

28.07.2014 | 10:55 Uhr |

Mit einer Software aus dem Hause SAP namens Hana will der BND angeblich den gigantischen Datenmengen bei der Facebook-Überwachung begegnen. Weil die Datenbank auf RAM-Speichern liegt, sollen die Spione extrem schnell Zugriff auf gewünschte Daten bekommen.

Weil der Bundesnachrichtendienst (BND) künftig die sozialen Netzwerke (etwa Facebook, Twitter und Flickr) in Echtzeit überwachen möchte, prüft er derzeit Methoden, wie die gewaltigen Datenmengen möglichst rasch verarbeitet werden können. Neben Facebook & Co. sollen aber auch Blogs und Foren unter die Lupe genommen werden. Das berichtet die Süddeutsche und beruft sich dabei auf der Zeitung vorliegende Informationen. Intern laufe das Projekt unter dem Titel "Echtzeitanalyse von Streaming-Daten"; die Kosten sollen sich bis 2020 - solange läuft das Projekt zunächst - auf rund 300 Millionen Euro addieren.

Eine Studie mit dem Namen "Automatisierte Beobachtung von Internetinhalten" bei der Bundeswehr-Universität in München soll helfen, das Projekt umzusetzen. Die Uni prüfe derzeit, berichtet die Zeitung weiter, den Einsatz einer SAP-Software mit dem Namen "Hana", um der Datenmengen Herr zu werden. Mit Hana sollen "Milliarden Datenfragmente" miteinander verknüpft und analysiert werden können.

Ein Problem der dazu nötigen Datenbank: Festplatten sind bei der Verarbeitung zu langsam. Selbst eine kleine Änderung könne tagelang dauern, bis die gesamte Datenbank aktualisiert ist. Darum wolle der BND statt auf Festplatten auf RAM-Speicher setzen und die Wartezeiten damit auf Sekunden verkürzen. Mitte letzten Jahres wurde bekannt, dass der britische Geheimdienst Tempora etwa 21 Petabyte an Daten täglich abspeichere. Wie genau Tempora diese Datenmengen verwaltet, wurde damals nicht verraten.

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