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BND gibt abgehörte Daten aus Krisengebieten an NSA weiter

08.09.2014 | 11:43 Uhr |

Der BND speichert Internet-, Mail- und Telefondaten aus verschiedenen Krisengebieten in Bad Aibling. Und tauscht die Daten mit dem NSA aus.

Über die Spionage-Tätigkeit des Bundesnachrichtendienste BND und dessen Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Geheimdienst NSA sind neue Einzelheiten bekannt geworden. Wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe berichtet, speichert der BND an seiner Abhörstation im oberbayerischen Bad Aibling mitgeschnittene Daten aus Afghanistan, Somalia und dem Nahen Osten.

Laut Spiegel bleiben diese Daten aus den Krisengebieten bis zu sechs Wochen gespeichert, der Normalfall sei aber eine Speicherdauer von sieben Tagen. Server in Kabul und Masar-i-Scharif würden die Daten aus Afghanistan zudem zwischenspeichern, im Falle von Masar-i-Scharif sogar sechs Wochen lang. Für das Mitschneiden, Abspeichern und die Weiterverarbeitung der Daten würde der BND Software der NSA verwenden.

Bei den gespeicherten Daten handle es sich um alle Arten von Kommunikation, also zum Beispiel um Internet- und Maildaten, sowie um Telefondaten und Daten aus der Verarbeitung von GPS-Systemen. IT-Experten würden beim BND die Rohdaten für die Auswertung durch die Analysten des Geheimdienstes aufbereiten.

Es bleibt aber nicht beim Speichern und Auswerten innerhalb des BND. Denn die deutschen Schlapphüte geben zumindest einen Teil der abgefangenen Informationen an ihre Kollegen von der NSA weiter. Das will der Spiegel aus Unterlagen der Bundesregierung erfahren haben, die den Vermerk „geheim tragen“. Die NSA würde ihrerseits eigene Suchbegriffe wie Telefonnummern und Mailadresse sowie IP-Personen von überwachten oder gesuchten Personen an den BND geben.

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der BND den Nato-Partner Türkei gezielt überwacht. Aber auch US-Politiker wie Hillary Clinton und John  Kerry wurden abgehört.

Im idyllisch im Voralpenland gelegenen Ort Bad Aibling hat die NSA viele Jahrzehnte lang eine riesige Abhöranlage betrieben. Im Rahmen des weltweichen Überwachungsprogramms Echelon. Man erkennt die Anlage beim Vorbeifahren auch heute noch an den großen weißen Radomen. Im Jahr 2004 übergab die NSA die Anlage aber an Deutschland. Der BND ist in der benachbarten Mangfall-Kaserne untergebracht.

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