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BMW lässt i3 vollautomatisch einparken: Remote Valet Parking Assistant

16.12.2014 | 14:50 Uhr |

Der Traum aller Einpark-Muffel rückt näher: BMW zeigt auf der CES in Las Vegas einen i3, der automatisch einparkt. Der Fahrer muss dazu nicht einmal mehr im Wagen sitzen, sondern kann alles per Smartwatch auf der Ferne überwachen. Dank Remote Valet Parking Assistant.

Auch 2015 ist BMW wieder auf der CES (6. bis 9. Januar in Las Vegas mit dabei. Und ähnlich wie 2014, als sich alles um den BMW i3 drehte, hat der Münchner Automobil-Hersteller auch dieses Mal seinen ebenso rasanten wie hochpreisigen Elektroflitzer mit den eigenwillig nach hinten öffnenden Türen mit dabei. Nur dass der i3 dieses Mal nicht selbst im Mittelpunkt steht, sondern sozusagen nur als technologische Basis dient. Um das vollautomatisierte Ein- und Ausparken vorzuführen.

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Grundlage für die 360-Grad-Kollisionsvermeidung beim vollautomatisierten Parken ist eine sichere Positions- und Umfelderkennung. Vier Laserscanner erfassen beim i3 die Umgebung und erkennen laut BMW zuverlässig Hindernisse – etwa Pfeiler – beispielsweise in einem Parkhaus. Nähert sich das Fahrzeug zum Beispiel zu schnell einer Mauer oder einem Pfeiler, soll ein automatischer Bremseingriff die drohende Kollision verhindern, wie BMW erläutert. Das Fahrzeug soll dabei zentimetergenau zum Stehen gebracht werden. Lenkt der Fahrer vom Hindernis weg oder wechselt er die Fahrtrichtung, löst das System den Bremseingriff.

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Wie bei allen BMW-Assistenzsystemen ist auch diese Forschungsanwendung vom Fahrer jederzeit übersteuerbar, wie die Münchner betonen.

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Remote Valet Parking Assistant

Der vollautomatisierte Remote Valet Parking Assistant im BMW i3-Forschungsfahrzeug kombiniert die Informationen der Laserscanner mit dem digitalen Lageplan eines Gebäudes, zum Beispiel eines Parkhauses. Aktiviert der Fahrer per Smartwatch den vollautomatisierten Remote Valet Parking Assistant, steuert das System das Fahrzeug selbstständig durch die Etagen, während der Fahrer bereits ausgestiegen und zum Beispiel schon auf dem Weg zu seinem Geschäftstermin ist, wie BMW euphorisch erklärt. Dabei soll der vollautomatisierte Remote Valet Parking Assistant nicht nur bauliche Gegebenheiten des Parkhauses erkennen, sondern über die Fahrzeugsensorik auch Hindernisse, die unerwartet auftreten – etwa falsch abgestellte Fahrzeuge –, und diese zuverlässig umfahren.

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Ist der BMW i3 auf dem Stellplatz angekommen, verriegelt sich das Fahrzeug und wartet darauf, per Smartwatch und Sprachbefehl gerufen zu werden. Der vollautomatisierte Remote Valet Parking Assistant berechnet dann die exakte Zeit bis zur Ankunft des Fahrers am Parkhaus und lässt den BMW i3 so starten, dass er am Parkhausausgang rechtzeitig vorfährt.

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Mit der Smartwatch behält der Fahrer den Überblick über den Parkvorgang.
Vergrößern Mit der Smartwatch behält der Fahrer den Überblick über den Parkvorgang.
© BMW

Navigieren ohne GPS-Signale

Durch die Verbindung von Fahrzeugsensorik und digitalem Lageplan lässt sich das Fahrzeug vollautomatisiert steuern. Damit wird eine Abhängigkeit vom GPS-Signal vermieden, welches in Parkhäusern ungenau ist. Weil das Forschungsfahrzeug neben den Lasersensoren auch die Recheneinheiten und die notwendigen Algorithmen an Bord hat, kann es seine exakte Position im Parkhaus ermitteln, die Umgebung überwachen und selbstständig vollautomatisiert navigieren. Eine aufwendige Ausstattung zum Beispiel von Parkhäusern mit Infrastruktur, um Fahrzeugen die sichere Orientierung und Navigation zu ermöglichen, sei nicht nötig, wie BMW erklärt.

So unterscheidet BMW zwischen voll-, hoch- und teilautomatisiert

Vollautomatisiert sind Fahrfunktionen, die vom Fahrer nicht mehr überwacht werden müssen. Ein Fahrer muss sich – wie beim vollautomatisierten Remote Valet Parking Assistant – nicht einmal mehr im Fahrzeug befinden.

BMW demonstriert hochautomatisiertes Fahren (PC-WELT-Video)

Die Vorstufe zum vollautomatisierten Fahren sind hochautomatisierte Systeme, die vom Fahrer nicht dauerhaft überwacht werden müssen. Sie übernehmen sowohl die Längs- (vorwärts- und rückwärtsfahren) als auch die Querführung (Seitwärtsbewegung durch Lenken) des Fahrzeugs.

Video: BMW zeigt fahrerloses Auto

Im Gegensatz dazu können teilautomatisierte Systeme zwar Längs- und Querführung des Fahrzeugs (z.B. Stauassistent) übernehmen, müssen aber jederzeit vom Fahrer überwacht werden.

Assistierte Systeme (z.B. ACC) wiederum unterstützen den Fahrer lediglich bei der Längs- oder der Querführung.
 
 
 

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