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BKA: Defizit nach Computerkauf

18.02.2001 | 16:08 Uhr |

Beim Bundeskriminalamt (BKA) ist nach Informationen des Magazins "Focus" wegen Mehrkosten für das neue Computersystem INPOL ein Millionen-Defizit entstanden. Mindestens 140 Millionen Mark kämen zu den vorgesehenen Kosten von 100 Millionen Mark hinzu, berichtet das Magazin unter Berufung auf BKA-Insider.

Beim Bundeskriminalamt (BKA) ist nach Informationen des Magazins "Focus" wegen Mehrkosten für das neue Computersystem INPOL ein Millionen-Defizit entstanden. Mindestens 140 Millionen Mark kämen zu den vorgesehenen Kosten von 100 Millionen Mark hinzu, berichtet das Magazin unter Berufung auf BKA-Insider.

Allen Einzeletats seien daher Einsparungen verordnet worden. Ein Behördensprecher sagte am Sonntag auf Anfrage, es werde in diesem Jahr kein Defizit geben. Wegen der Budgetierung des Haushalts könnten bei Mehrkosten Ausgaben geschoben werden. Wichtige Funktionen würden dabei nicht angetastet.

Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte dagegen dem Bericht zufolge, in allen Etats des BKA müssten 20 Prozent eingespart werden. Auch wichtige Lehrgänge seien betroffen. Grund für die Mehrkosten ist nach "Focus"-Angaben, dass die Entwicklung des Systems wegen fehlender Experten im BKA an Fremdfirmen vergeben worden sei. Dies sei bei Vorhaben dieser Größenordnung normal, sagte der BKA-Sprecher.

Das Computersystem INPOL-neu soll am 15. April parallel zum bisherigen System eingesetzt werden. Sechs Monate später soll dann das alte System abgeschaltet werden. Dieser Zeitplan stehe, sagte der BKA-Sprecher. INPOL-neu wird das 1972 eingeführte und seitdem ständig erweiterte Informationssystem INPOL ablösen, über das die Polizei-Behörden der Länder bislang ihre Daten mit dem BKA ausgetauscht haben. Dort werden unter anderem Angaben über Straftäter, Kriminalakten, Fälle und Haftstrafen in getrennten Dateien gesammelt. (PC-WELT, 18.02.2001, dpa/ pk)

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