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BBC deckt Missstände bei Apple-Zulieferer Pegatron auf

19.12.2014 | 17:20 Uhr |

Apple kann die Mitarbeiter des Zulieferers Pegatron laut BBC-Recherchen nicht ausreichend schützen.

Im Rahmen einer Recherche für die Sendung Panorama hat der britische TV-Sender BBC Missstände beim Apple-Zulieferer Pegatron aufgedeckt. Bei den verdeckten Dreharbeiten in einer iPhone-6-Produktionslinie stießen die Redakteure in der Nähe von Shanghai unter anderem auf regelmäßige Verstöße gegen Arbeitszeit-Regeln. Ein Undercover-Reporter berichtet, er habe 18 Tage am Stück arbeiten müssen. Seiner Bitte um einen freien Tag sei man nicht nachgekommen. Ein anderer Journalist sagt, seine längste Schicht sei 16 Stunden gewesen. Auf dem Video-Material der BBC sieht man, wie Arbeiter während ihrer 12-Stunden-Schicht einschlafen.

Apple hatte in der Vergangenheit immer wieder versprochen, in den asiatischen Zulieferer-Betrieben bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen zu wollen. Die BBC-Aufnahmen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Apple wollte in dieser Woche keine Interviews zur Aufklärung des Sachverhalts geben. Von der BBC-Sendung zeigt sich das Unternehmen eigenen Aussagen zufolge „zutiefst beleidigt“.

In einem Brief an rund 5.000 Apple-Mitarbeiter in Großbritannien gehen Tim Cook und Jeff Williams, Senior Vice President of Operations bei Apple, zum Angriff gegen die BBC über. Der Fernsehbeitrag würde behaupten, dass Apple die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern nicht verbessern würde. Laut Williams „könnte diese Behauptung kaum ferner von der Wahrheit“ liegen. Die Recherchen will sich der US-Konzern aber dennoch als Ansporn zu weiteren Verbesserungen nehmen.

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